Wechseljahre: Typische Symptome und wie du sie lindern kannst

Veröffentlicht 25. Juli 2022
Frau mit Kaffee in der Hand schaut aus dem FensterFrau mit Kaffee in der Hand schaut aus dem Fenster

Die Wechseljahre (auch Klimakterium genannt) stehen für die letzte große Hormonumstellung im Leben von Frauen und menstruierenden Menschen – und sie gehen mit ganz typischen Symptomen einher. Wir schauen uns an, welche die häufigsten Wechseljahresbeschwerden sind und wie du sie mit der richtigen Lebensweise mildern kannst.

Was sind die Wechseljahre?

Die Wechseljahre umfassen einen Zeitraum, in dem sich der Hormonhaushalt von Frauen und menstruierenden Menschen verändert: Die Hormone Östrogen und Gestagen werden zunehmend weniger produziert. Es kommt immer seltener zu einem Eisprung, die Fruchtbarkeit nimmt ab und der menstruelle Zyklus wird unregelmäßig. Zum Ende des Klimakteriums, bleibt die Menstruation schließlich ganz aus. Die letzte Regelblutung wird als Menopause bezeichnet. Mit ihr startet ein Lebensabschnitt, in dem keine Schwangerschaften mehr möglich sind. Aber wann beginnen die Wechseljahre? Meistens setzt das Klimakterium im Alter zwischen 45 und 50 Jahren ein.

Die komplette Hormonumstellung dauert im Schnitt 5 bis 10 Jahre und umfasst 4 Phasen:

  • Prämenopause
  • Perimenopause
  • Menopause
  • Postmenopause

Die genaue Länge der Wechseljahre und der einzelnen Phasen fällt individuell unterschiedlich aus und kann deswegen stark schwanken.

Symptome: Was sind die ersten Anzeichen der Wechseljahre?

Die Wechseljahre und die damit einhergehende Hormonumstellung erstrecken sich über einen langen Zeitraum. Deswegen sind auch die anfänglichen Symptome nicht immer klar zuzuordnen. Diese Anzeichen zeigen sich in der Regel schon besonders früh und können auch im weiteren Verlauf des Klimakteriums bestehen bleiben:

  • Zyklusschwankungen und besonders starke oder schwache Blutungen
  • Gereiztheit und Stimmungsschwankungen
  • Schlafprobleme

Verhütest du hormonell, kann es übrigens noch schwieriger sein, erste Symptome zu erkennen.

Und ob es sich wirklich um den Start des Klimakteriums handelt, lässt sich erst nach einer gewissen Zeit sagen. Denn eine einzelne Hormonbestimmung ganz zu Anfang des Klimakteriums ist in der Regel noch nicht aussagekräftig genug.

Typische Wechseljahresbeschwerden und Symptome

Erst einmal sei gesagt: Nicht jede Frau oder menstruierende Person hat während der Wechseljahre Beschwerden. Viele haben keine Probleme oder empfinden die Begleiterscheinungen des Klimakteriums als keine große Belastung. Dennoch gibt es natürlich einige ganz typische Wechseljahresbeschwerden, die mehr oder weniger ausgeprägt auftreten können. Wir schauen uns die häufigsten an und geben Tipps, wie du gegensteuern kannst, indem du deinen Lebensstil anpasst.

1. Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Nachtschweiß

Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind sicherlich die häufigsten, und damit auch bekanntesten, Wechseljahresbeschwerden. Dabei steigt – meist plötzlich – Hitze im Körper auf und zieht sich über Gesicht, Hals und Oberkörper. Es kommt zu Röte und einem Schweißausbruch. Eine Hitzewallung dauert maximal ein paar Minuten an. Klingt sie ab, kann ein kleines Frösteln auftreten. Nachtschweiß und Hitzewallungen, die vor allem nachts auftreten, können während des Klimakteriums verstärkt vorkommen und beim Durchschlafen stören.

Auch wenn Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Nachtschweiß im Klimakterium vermehrt auftreten – meist klingen sie im Laufe der Wechseljahre, und spätestens nach der Menopause, wieder ab. Was genau hinter den Symptomen steckt und wie der Östrogenmangel die Temperaturregulierung des Körpers beeinflusst, ist bis heute nicht vollständig geklärt.

2. Schlafstörungen

Viele Menschen in den Wechseljahren berichten von Schlafstörungen. Zum einen können hier die bereits genannten nächtlichen Hitzewallungen und Nachtschweiß dahinterstecken. Zum anderen sinkt die Östrogenaktivität während des Klimakteriums – und das verkürzt die Tiefschlafphase. Allerdings gibt es eine Reihe von Gründen, die hinter Schlafstörungen stecken können und nichts mit den Wechseljahren zu tun haben.

Willst du die Zeit rund um die Menopause dafür nutzen, deine Schlafqualität so gut es geht zu verbessern, hat WW eine Vielzahl an Tipps und Tools für dich – zum Beispiel den Schlaftracker in der WW App, beruhigende Einschlafmusik und alles Wissenswerte rund ums Thema Schlaf zum Nachlesen.

3. Dünneres Gewebe der Schleimhäute

Durch den Östrogenmangel während der Wechseljahre werden auch die Schleimhäute des Körpers dünner – zum Beispiel in Harnröhre, Vagina, Blase, Augen und Mund. Sie sind dann etwas anfälliger für Infekte und Verletzungen. Es kann zu Scheidentrockenheit oder auch Blasenschwäche kommen – klassische Anzeichen der Wechseljahre.

Treten diese Symptome auch bei dir auf, wendest du dich am besten an deinen Gynäkologen, um zu besprechen, wie du die Beschwerden lindern kannst.

4. Innere Unruhe und Stimmungsschwankungen

Ist der Hormonhaushalt im Umschwung, kann sich das auch auf das seelische Wohlbefinden auswirken. Denn Östrogen wirkt grundsätzlich positiv auf die Stimmung – im Klimakterium wird aber zunehmend weniger Östrogen produziert. Die Symptome können Niedergeschlagenheit, Nervosität und innere Unruhe sein.

Und obwohl Hormone einen Einfluss auf die Stimmung haben können, gibt es neben den Wechseljahren noch viel mehr Gründe, die zum Beispiel hinter depressiven Episoden stecken können. Deswegen solltest du in jedem Fall mit einem Arzt oder Psychotherapeuten sprechen, wenn deine negativen Gefühle für dich zur anhaltenden Belastung werden oder deine Lebensqualität einschränken.

Darüber hinaus kannst du erste Schritte zu mehr seelischem Wohlbefinden gehen, indem du zum Beispiel an deiner Selbstliebe arbeitest, in die Selbstreflexion einsteigst oder mit Meditationen zu mehr Ruhe und Gelassenheit findest.

5. Gedächtnisprobleme

Eine weitere typische Wechseljahresbeschwerde: kognitive Probleme. Ganz konkret können das Schwierigkeiten beim Konzentrieren oder Vergesslichkeit sein. Ein Großteil der Menschen im Klimakterium beobachtet diese Symptome bei sich. Es handelt sich dabei allerdings nicht um Demenz. Die kognitiven Fähigkeiten pendeln sich in der Regel wieder ein, spätestens nach der Menopause. Besteht jedoch zusätzlich eine Demenzerkrankung, kann sich diese durch das Klimakterium und den damit einhergehenden Östrogenmangel verschlechtern.

Auch hier gilt: Wenn du unsicher bist, ob Anzeichen wie Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme wirklich mit dem Klimakterium zusammenhängen, solltest du einen Termin beim Arzt machen.

6. Gewichtszunahme

Oft werden die Wechseljahre mit einer Gewichtszunahme in Verbindung gebracht. Allerdings hat das wahrscheinlich wenig mit Östrogenmangel und Menopause zu tun: Mit dem Alter haben wir nämlich alle die Tendenz, zuzunehmen. Die Muskelmasse baut sich im Laufe der Zeit ab und wir brauchen weniger Kalorien – und eine daran angepasste Ernährung. Wenn wir aber genauso weiteressen wie vorher und uns vielleicht auch noch weniger bewegen, nehmen wir zu. Deswegen ist es so wichtig, sich gesund zu ernähren und Bewegung in den Alltag zu integrieren.

Tipp: Das WeightWatchers Programm nimmt dich an die Hand und unterstützt dich dabei, einen ausgewogenen Ernährungsplan zu leben, der perfekt zu dir passt. Und auch das Thema Sport und Bewegung kommt bei WW nicht zu kurz: Du kannst deine Bewegungseinheiten mit der App tracken und sogar direkt mit den Workout-Videos in der App trainieren. Von Yoga bis Pilates ist alles dabei.

Egal, ob du abnehmen oder einfach nur gesünder leben willst: Gemeinsam kriegen wir das hin. Und wenn du dich zusätzlich mit Gleichgesinnten rund ums Thema Menopause austauschen willst, schaust du am besten in der WW Online-Community vorbei. Dort findest du unter "Menopause" eine Community-Gruppe mit anderen WW Mitgliedern in den Wechseljahren.

Gut zu wissen: Auch wenn die Gewichtszunahme nicht zu den typischen Wechseljahresbeschwerden gezählt werden kann, kann der niedrigere Östrogenspiegel die Körperform beeinflussen. Je weniger Östrogen vorhanden ist, desto eher wird Bauchfett angelagert – und das kann zum Gesundheitsrisiko werden.

7. Muskel- und Gelenkschmerzen

Hast du in den Wechseljahren mit Muskel- und Gelenkschmerzen zu kämpfen, liegt das unter anderem daran, dass sich deine Muskelmasse mit zunehmendem Alter abbaut. Dieser Prozess beginnt schon ab dem 35. Lebensjahr und hat erst mal nichts mit der Menopause zu tun. Was allerdings hinzukommt: Mit steigendem Östrogenmangel werden die Gelenke und Muskeln weniger durchblutet. Außerdem produziert der Körper weniger Kollagen – ein Bestandteil der Knorpelmasse und Flüssigkeit in den Gelenken. Das kann Gelenkschmerzen verstärken.

Darüber hinaus kann es passieren, dass du mit den Wechseljahren generell schmerzempfindlicher wirst, denn Östrogene spielen auch eine Rolle beim Freisetzen von Endorphinen. Und sie helfen dabei, Schmerz zu regulieren – Gelenkschmerzen inklusive.

Um der schwindenden Muskelmasse entgegenzuwirken, ist es jetzt besonders wichtig, aktiv zu bleiben und die Muskeln mit Sport zu stärken.

Die Wechseljahre sind ein wunderbarer Zeitpunkt, um sich ein neues sportliches Hobby zu suchen – sei es Nordic Walking oder leichtes Krafttraining. Letzteres kannst du sogar über die Fitnessvideos in der WW App machen.

8. Haarausfall und dünnes Haar

Haarausfall und dünnes Haar zählen ebenfalls zu den häufig genannten Beschwerden in den Wechseljahren. Auch hier steckt wieder der Östrogenmangel dahinter. Denn Östrogen sorgt dafür, dass Haare dicht und stark wachsen. Sinkt der Östrogenspiegel, wirkt das Haar kraftloser. Es wird feiner und die Haarstruktur verändert sich. Es kann auch vorkommen, dass Haarwurzeln verkümmern und das Haar schließlich ausfällt. Das hält sich aber in den meisten Fällen im Rahmen und kann sogar ganz unbemerkt passieren.

Kommt es zu stärkerem Haarausfall, bei dem auch kahle Stellen entstehen, kann mehr dahinterstecken als das Klimakterium: Eventuell liegt bei dir eine genetische Veranlagung vor, bei der die Haare übermäßig sensibel auf die Hormonveränderung reagieren. In diesem Fall gehst du am besten zum Arzt, der mit dir passende Therapiemöglichkeiten besprechen kann.

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9. Brustschmerzen

Brustschmerzen können, aber müssen nicht, zu den Beschwerden im Klimakterium gehören. Die Brüste können dann besonders schmerz- und berührungsempfindlich sein, ziehen oder sich heiß anfühlen. Auch verhärtetes Gewebe oder Knötchen können entstehen. Manchmal können die Brustschmerzen so stark sein, dass jede Berührung und Bewegung wehtut.

Viele kennen dieses Gefühl auch, wenn sie von PMS (prämenstruelles Syndrom) betroffen sind oder waren. Denn die weibliche Brust wird stark von hormonellen Schwankungen beeinflusst – und so auch von den Wechseljahren. Kommt eine starke Gewichtszunahme hinzu, durch die auch Fett in den Brüsten gespeichert wird, kann das den Schmerz verstärken oder hervorrufen.

Die gute Nachricht ist: Nach den Wechseljahren hat es mit den Brustschmerzen ein Ende. Solltest du trotzdem unsicher sein und willst zum Beispiel Knötchen abklären lassen, sprichst du am besten mit deinem Gynäkologen.

10. Herzrasen

Herzrasen oder Herzstolpern können ebenfalls ein Symptom der Wechseljahre sein. Dabei tritt Herzrasen besonders zu Beginn der Wechseljahre oder ganz zum Schluss, nach der Menopause, auf. Der Puls schießt dann ganz unerwartet in die Höhe – manchmal sogar dann, wenn du gerade ganz entspannt am Frühstückstisch sitzt. Oft geht Herzrasen mit Hitzewallungen einher.

Insgesamt stolpert und rast das Herz aber nur gelegentlich. Viele Frauen haben auch gar keine Beschwerden mit dem Herzen. Willst du deinem Herzen etwas Gutes tun, kannst du schon einiges über deinen Lebensstil erreichen – nicht nur während der Wechseljahre:

  • Achte auf ausreichend Schlaf. Du bist ständig müde und weißt nicht, warum? Klick dich in diesen Artikel, der genau dieser Frage auf die Spur geht.
  • Vermeide Alkohol, Nikotin und zu viel Kaffee und Koffein.

Natürlich gilt auch hier: Willst du abklären, ob dein Herzrasen tatsächlich mit den Wechseljahren zusammenhängt, bringt ein Arztbesuch Gewissheit.

Mit den Wechseljahren einen neuen Lebensabschnitt und Lebensstil einläuten

Seien wir ehrlich: Wer in die Wechseljahre kommt oder diese noch vor sich hat, hat oft ordentlich Respekt vor den Beschwerden und dem, was auf einen zukommt. Doch mit der Menopause und dem damit einhergehenden Alter startet auch ein neuer Lebensabschnitt, den man ganz neu gestalten kann. Vielleicht hast du Kinder, die inzwischen selbständig sind oder fühlst auf anderer Ebene, wie sich Lebensumstände verändern.

Auch wenn Veränderungen Angst und Unsicherheit auslösen können – sie sind auch Chancen.

Und gerade mit Blick aufs Klimakterium ist die Möglichkeit gekommen, sich noch einmal ganz genau mit den Bedürfnissen des eigenen Körpers auseinanderzusetzen und ihn bestmöglich zu unterstützen. Denn ein gesunder Lebensstil macht die Wechseljahre definitiv leichter und hilft dabei, gesund zu bleiben. Eine ausgewogene Ernährung, Bewegung, erholsamer Schlaf und eine positive Lebenseinstellung – das sind die Grundsäulen für mehr Wohlbefinden. Deswegen unterstützt dich WW mit einem Programm, das genau diese Themen in den Fokus nimmt. So wird es für dich ganz leicht, gesunde Gewohnheiten aufzubauen und aufrechtzuerhalten.