Diabetes-Symptome: Daran kannst du eine Zuckerkrankheit erkennen

Veröffentlicht 23. Mai 2022
Frau sitzt auf Sofa und schaut aufs HandyFrau sitzt auf Sofa und schaut aufs Handy

Diabetes – was ist das?

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch einen dauerhaft zu hohen Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) gekennzeichnet ist. Umgangssprachlich spricht man auch von „Zucker“ oder „Zuckerkrankheit“. Dabei ist der Körper nicht in der Lage, den Zucker aus dem Blut in die Körperzellen zu transportieren. Beim Typ-1-Diabetes kann der Körper kein Insulin produzieren, das für den Transport des Zuckers in die Zellen benötigt wird. Beim Typ-2-Diabetes ist die Wirkung des Insulins vermindert, man spricht auch von einer Insulinresistenz. Der Typ-2-Diabetes ist die häufigste Diabetes-Form.

Gut zu wissen

Diabetes mellitus ist griechisch-lateinisch und bedeutet „honigsüßer Durchfluss“. Damit ist tatsächlich der Urin gemeint, der süßlich schmeckt, da bei Diabetes vermehrt Zucker über den Urin ausgeschieden wird. Vor vielen hundert Jahren kosteten Ärzte den Urin ihrer Patienten, um Diabetes zu diagnostizieren.

Was sind Risikofaktoren für Typ-1-Diabetes?

Bei der Entwicklung des Typ-1-Diabetes spielen die Erbanlagen eine große Rolle. Aber auch Umwelteinflüsse können vermutlich das Erkrankungsrisiko erhöhen. Dazu zählen z. B. Infektionen oder die Ernährung im frühen Säuglingsalter. Wie genau diese Faktoren das Risiko für einen Typ-1-Diabetes erhöhen, muss noch weiter erforscht werden.

Was sind Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes?

Wie hoch das Risiko ist, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, hängt von zahlreichen Faktoren ab.

Was sind Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes?

Teste hier dein Diabetes-Risiko!

Forscher des DIfE (Deutsches Institut für Ernährungsforschung) haben auf der Datengrundlage großer deutscher Langzeitstudien den DIfE – DEUTSCHER DIABETES-RISIKO-TEST® (DRT) entwickelt. Mit ihm kannst du online in wenigen Minuten und kostenfrei ermitteln, wie hoch dein individuelles Risiko ist, innerhalb der nächsten fünf Jahre an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Hier geht’s zum Fragebogen.

Risiko erhöht – und jetzt?

Die gute Nachricht: Große Studien wie die finnische Diabetes Prevention Study (DPS) oder das amerikanische Diabetes Prevention Program (DPP) zeigen: Auch wenn du ein erhöhtes Diabetes-Risiko hast, kannst du oftmals mit einer Änderung deines Lebensstils – also mit einer gesunden Ernährung, mehr Bewegung und einer Gewichtsreduktion – den Ausbruch der Erkrankung verhindern oder ihn zumindest hinauszögern. Und genau hier unterstützt dich das WW Programm!

Was können typische Diabetes-Symptome einer Überzuckerung sein?

Je nach Form können die Diabetes-Symptome unterschiedlich sein. Dies sind die häufigsten Anzeichen für einen erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie).

  • Häufiges Wasserlassen. Bei dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten wird mit dem Urin vermehrt Zucker über die Niere ausgeschieden. Da Zucker physikalisch Wasser bindet, scheiden Betroffene große Harnmengen aus (Polyurie) und müssen oft zur Toilette.
  • Übermäßiger Durst. Der Körper versucht dadurch, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Müdigkeit/Abgeschlagenheit/Allgemeine Schwäche. Zucker liefert Energie. Da der Zucker aber nicht in die Körperzellen gelangen kann, entsteht hier ein Energiemangel – man fühlt sich abgeschlagen.
  • Plötzlicher Gewichtsverlust. Durch den hohen Flüssigkeitsverlust kann es in einigen Fällen zu einer Gewichtsabnahme kommen. Ein weiterer Grund ist, dass in den Zellen kein Zucker als Energie zur Verfügung steht – daher greift der Körper auf die Fettdepots im Körper zurück.
  • Schlecht heilende Wunden und erhöhte Infektanfälligkeit. Menschen mit Diabetes haben aufgrund der erhöhten Blutzuckerwerte ein geschwächtes Immunsystem und neigen häufiger zu Infektionen. Auch Wunden verheilen schlechter. Parodontitis – also Zahnfleischentzündungen – kann ebenfalls ein Anzeichen für Diabetes sein.
  • „Verschwommensehen“. Durch den Flüssigkeitsverlust können Sehstörungen auftreten.
  • Trockene Haut und Juckreiz. Ebenfalls bedingt durch den Flüssigkeitsverlust können trockene Haut und Juckreiz auftreten – bei Frauen außerdem Pilzinfektionen im Genitalbereich.
  • Azetongeruch. Ausschließlich beim Typ-1-Diabetes kann sich ein Azetongeruch im Atem bemerkbar machen, der an überreifes Obst oder Nagellack erinnert. Da kein Zucker in die Zellen gelangt, baut der Körper Fett ab. Die dabei entstehenden Ketonkörper führen zu einer Übersäuerung.

Typ-1-Diabetes-Symptome

Meist tritt der Typ-1-Diabetes in jungen Jahren auf. So zählt er zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Typ-1-Diabetes-Symptome treten meist innerhalb von Tagen oder Wochen auf.

Typ-2-Diabetes-Symptome

Ein Typ-2-Diabetes entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern schleichend über die Jahre – und das häufig, ohne dass die Betroffenen Anzeichen der Krankheit spüren. Meist wird er zufällig beim Gesundheits-Check-up beim Arzt entdeckt. Sind die Blutzuckerwerte schon über einen längeren Zeitraum sehr hoch, kann es zu den typischen diabetesspezifischen Symptomen kommen.

Diabetes-Symptome: Wann solltest du zum Arzt?

Dir kommen die oben genannten Symptome bekannt vor? Dann kann es ratsam sein, einen Arzt aufzusuchen. Er kann anhand einer Blutuntersuchung feststellen, ob bei dir tatsächlich ein Diabetes vorliegt.

Ganz wichtig: WW ist keine medizinische Organisation und ersetzt keine ärztliche Behandlung. Hast du Diabetes oder entsprechende Symptome, wende dich an einen Arzt, um eine fundierte Diagnose zu erhalten und einen Therapieplan zu erstellen. Mehr dazu in unserem Gesundheitshinweis.

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Welche Folge- und Begleiterkrankungen gibt es?

Da der Typ-2-Diabetes häufig erst nach vielen Jahren entdeckt wird, können bereits Folgeerkrankungen an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten.

  • Diabetische Augenerkrankungen
  • Diabetisches Fußsyndrom
  • Erkrankungen von Gehirn und Psyche
  • Hautkrankheiten
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • Lebererkrankungen/-entzündungen (nichtalkoholische Fettleber)
  • Lungenerkrankungen
  • Nervenerkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Sexuelle Funktionsstörungen
  • Zahnerkrankungen

Um diese Erkrankungen zu verhindern oder hinauszuzögern, ist es wichtig, dass der Blutzucker gut eingestellt ist. Außerdem ist ein gesunder Lebensstil empfehlenswert, d. h. ausgewogen zu essen, sich viel zu bewegen und Übergewicht zu vermeiden bzw. zu reduzieren.

Wie eine Ernährung bei Diabetes aussehen kann, liest du hier.

Achtung – diabetisches Koma

Bei Typ-1-Diabetikern kann sich relativ schnell eine gefährliche Stoffwechselentgleisung entwickeln, die sogenannte diabetische Ketoazidose (diabetisches Koma). Leider wird der Diabetes in vielen Fällen sogar erst durch das Eintreten eines Komas festgestellt. Durch den Insulinmangel gelangt kein Zucker in die Zellen und der Körper baut zur Energiegewinnung Fett ab. Dabei entstehen Ketonkörper, die das Blut übersäuern lassen. (Azidose). Symptome können Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, vertiefte Atmung und ein übelriechender Atem sein – bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Symptome einer Unterzuckerung: So erkennst du eine Hypoglykämie

Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) tritt vor allem dann auf, wenn der Diabetes mit Insulin oder blutzuckersenkenden Tabletten behandelt wird. Ursachen können z. B. körperliche Aktivität, zu wenig Essen, zu viel Alkohol oder zu viel der blutzuckersenkenden Medikamente sein. Mögliche Anzeichen sind z. B. Schwitzen, Zittern oder Hungergefühl. Es kann zudem zu Bewusstseinseintrübungen kommen.

Quellen

Landgraf R, Aberle J, Birkenfeld AL, et al. Therapie des Typ-2-Diabetes. Diabetologie und Stoffwechsel 2020;. 15 (Suppl 1): S65–S92.

Deutsche Diabetes Stiftung (DDS): Diabetes – was ist das eigentlich? https://www.diabetesstiftung.de/diabetes-was-ist-das-eigentlich [aufgerufen am 24.05.2022]

Nationales Diabetesinformationsportal (diabinfo): Was ist Diabetes Typ 2? https://www.diabinfo.de/leben/typ-2-diabetes/grundlagen/krankheitsbild-und-symptome.html [aufgerufen am 24.05.2022]