Das kleine 1x1 der Mikronährstoffe

Neben den Makronährstoffen – also Kohlenhydraten, Eiweiß und Fetten – spielen die sogenannten Mikronährstoffe, also Vitamine und Mineralstoffe, eine wichtige Rolle für unseren Stoffwechsel.
Vitamine
Vitamine sind lebensnotwendig und werden für fast alle Stoffwechselprozesse benötigt. Unser Körper kann sie nicht oder nur in unzureichender Menge selbst herstellen, daher müssen wir sie mit dem Essen und Getränken aufnehmen. Es gibt insgesamt 13 Vitamine. Sie unterscheiden sich in ihrer Löslichkeit und werden deshalb in wasser- und fettlösliche Vitamine eingeteilt.
Im Folgenden zeigen wir dir, welche Funktionen die einzelnen Vitamine haben und in welchen Lebensmitteln nennenswerte Mengen stecken.
Vitamin A (Retinol), Beta-Carotin
Vitamin A ist wichtig für
den Sehvorgang
das Wachstum
die Fortpflanzung
den Aufbau von Haut und Schleimhäuten
das Immunsystem
Reichlich enthalten in:
Als Retinol: Leber, Eier, Milch und Milchprodukte (Butter, Käse) Als Beta-Carotin: Obst und Gemüse, insbesondere in intensiv gefärbten Sorten wie Karotten, Süßkartoffel, Paprika und grünem Blattgemüse
Täglicher Bedarf:
Männer: 850 µg*
Frauen: 700 µg*
Vitamin D (Calciferole)
Vitamin D
sorgt für einen gesunden Skelettaufbau bei Kindern
erhält im Erwachsenenalter die Knochen und schützt vor Osteoporose
ist Vorstufe von hormonartigen Substanzen
verbessert die Calciumaufnahme im Darm
ist am Calcium- und Phosphatstoffwechsel beteiligt
beeinflusst Hautzellen, das Immunsystem und die Entwicklung von Muskeln
Reichlich enthalten in:
fettreichen Fischen (z. B. Hering, Lachs, Aal, Makrele, Heilbutt), Leber, Eigelb, Margarine, Pilzen
Täglicher Bedarf:
20 μg*
Vitamin E (Tocopherole)
Vitamin E
schützt als Antioxidans vor freien Radikalen
hemmt Entzündungsprozesse
stimuliert das Immunsystem
Reichlich enthalten in:
hochwertigen Pflanzenölen (Sonnenblumenöl, Rapsöl), Nüssen (Haselnüssen, Mandeln), Samen
Täglicher Bedarf:
Männer: 12–15 mg*
Frauen: 11–12 mg*
Vitamin K (Phyllochinon)
Vitamin K
ist an der Blutgerinnung beteiligt
trägt zur Knochenfestigkeit bei und schützt vor Osteoporose
Reichlich enthalten in:
grünem Gemüse (Grünkohl, Spinat, Broccoli, Kopfsalat, Kohl), Hülsenfrüchten
Täglicher Bedarf:
Männer: 70–80 μg*
Frauen: 60–65 μg*
Vitamin B1 (Thiamin)
Thiamin
ist an der Energiegewinnung und -speicherung beteiligt
erhält das Nerven- und Herzmuskelgewebe
Reichlich enthalten in:
Vollkornprodukten, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchten, Kartoffeln
Täglicher Bedarf:
Männer: 1,1–1,3 mg*
Frauen: 1,0 mg*
Vitamin B2 (Riboflavin)
Riboflavin
ist am Protein- und Energiestoffwechsel beteiligt
fördert Wachstum und Entwicklung des ungeborenen Kindes
unterstützt den Aufbau der Nerven
Reichlich enthalten in:
Milch und Milchprodukten, Vollkornprodukten, Fleisch, Fisch
Täglicher Bedarf:
Männer: 1,3–1,4 mg*
Frauen: 1,0–1,1 mg*
Vitamin B3 (Niacin)
Niacin unterstützt
den Auf- und Abbau von Kohlenhydraten, Fettsäuren und Aminosäuren
die Zellteilung und Spezialisierung von Zellen
Reichlich enthalten in:
Fleisch, Fisch, Vollkornprodukten, Kaffee, Erdnüssen, Pilzen
Täglicher Bedarf:
Männer: 14–16 mg/Tag* Frauen: 11–13 mg/Tag*
Vitamin B6 (Pyridoxin)
Pyridoxin
ist am Aminosäure- und Fettstoffwechsel beteiligt
unterstützt die Bildung von Niacin aus der Aminosäure Tryptophan
fördert die Bildung von Botenstoffen des Nervensystems
beeinflusst die Wirkung einiger Hormone
hat Einfluss auf das Immunsystem
Reichlich enthalten in:
Fleisch, Fisch (z. B. Sardine, Lachs), Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Kohl, Bananen
Täglicher Bedarf:
Männer: 1,4–1,6 mg*
Frauen: 1,2 mg*
Folsäure
Folsäure hat eine besondere Bedeutung während der Schwangerschaft und im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Sie unterstützt
die Teilung und Neubildung von Zellen, auch von roten Blutkörperchen
die Weitergabe von genetischen Informationen
die Bildung von wichtigen Bestandteilen des Nervenstoffwechsels
gemeinsam mit Vitamin B6 und B12 den Abbau der Aminosäure Homocystein (einem Risikofaktor für Arteriosklerose)
Reichlich enthalten in:
grünem Blattgemüse (Feldsalat, Endivien, Kopfsalat), Kohl, Vollkornprodukten, Obst und Leber
Täglicher Bedarf (Folat-Äquivalent):
300 μg*
Pantothensäure
Pantothensäure ist beteiligt am
Abbau von Fetten, Kohlenhydraten und Aminosäuren
Aufbau von Fettsäuren, Cholesterin und einigen Hormonen
Reichlich enthalten in:
Innereien, Fleisch, Fisch, Eiern, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten
Täglicher Bedarf:
6 mg*
Vitamin B7 (Biotin)
Biotin ist beteiligt an
dem Abbau von Aminosäuren
der Bildung von Fettsäuren
der Bereitstellung von Energie aus Reserven
Reichlich enthalten in:
Innereien, Eiern, Nüssen, Sonnenblumenkernen, Hülsenfrüchten, Milch
Täglicher Bedarf:
30-60 µg*
Vitamin B12 (Cobalamin)
Vitamin B12
an der Zellteilung und Blutbildung
ist am Abbau von Fettsäuren beteiligt
unterstützt die Blutbildung, indem es Speicher- und Transportform von Folat in ihre aktive Wirkform überführt
Reichlich enthalten in:
Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Eier, Milchprodukte
Täglicher Bedarf:
4 µg*
Vitamin C (Ascorbinsäure)
Die Funktionen von Vitamin C sind vielfältig. Es
unterstützt das Immunsystem
macht freie Radikale und krebsauslösende Nitrosamine aus Lebensmitteln unschädlich
fördert die Aufnahme von Eisen in den Körper
unterstützt den Aufbau von Bindegewebe, Knorpel, Knochen und Zähnen
fördert Wundheilung und Narbenbildung
ist an der Bildung von Botenstoffen im Nervensystem beteiligt.
Reichlich enthalten in:
Obst und Gemüse, v. a. Beeren, Paprika, einigen Kohlarten, Zitrusfrüchten, Kartoffeln
Täglicher Bedarf:
Männer: 110 mg
Frauen: 95 mg*
Mineralstoffe
Mineralstoffe werden zum Aufbau und zur Erhaltung unseres Organismus benötigt. Sie sind z. B. Baustoffe von Knochen und Zähnen, aber auch wichtige Bestandteile von Hormonen und Enzymen. Mineralstoffe werden je nach Menge, in der sie im Körper vorkommen, in zwei Gruppen eingeteilt:
Mengenelemente (hohe Konzentration im Körper): Natrium, Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Chlorid
Spurenelemente (geringe Konzentration im Körper): Eisen, Jod, Zink, Mangan, Kupfer, Selen, Chrom, Kobalt, Fluorid, Nickel und Molybdän
Wie bei den Vitaminen gilt auch bei den Mineralstoffen: Vielfalt bei der Lebensmittelauswahl gewährleistet, dass alle benötigten Stoffe in ausreichender Menge aufgenommen werden können.
Die wichtigsten Mineralstoffe und Spurenelemente sind:
Calcium
Calcium ist mengenmäßig der bedeutendste Mineralstoff im Körper. Calcium
ist der wichtigste Baustein von Knochen und Zähnen,
spielt eine Rolle bei der Blutgerinnung,
ist an der Weiterleitung von Nervensignalen im Muskel beteiligt,
trägt zur Ausschüttung einiger Hormone und Enzyme bei und
stabilisiert Zellwände.
Reichlich enthalten in:
Milch und Milchprodukten, calciumhaltigen Mineralwässern (über 150 mg Calcium pro Liter), einigen Gemüsesorten wie Broccoli, Grünkohl und Spinat sowie Nüssen (Mandeln, Haselnüsse, Paranüsse).
Täglicher Bedarf:
1000 mg*
Lebensmittel mit besonders hohem Calciumgehalt
3 EL geriebener Parmesan (360 mg)
250 g Magermilchjoghurt (350 mg)
250 g Magerquark (300 mg)
250 ml fettarme Milch (300 mg)
500 ml Molke (300 mg)
250 ml Buttermilch (275 mg)
30 g Käse, 30 % Fett i. Tr. (262 mg)
180 g Brunnenkresse (324 mg)
175 g Tofu (278 mg)
250 g Fenchel (273 mg)
125 g Grünkohl (265 mg)
250 g Broccoli (263 mg)
300 g Lauch (261 mg)
300 g Staudensellerie (240 mg)
150 g Rucola (240 mg)
1,5 l Mineralwasser** (225 mg)
Quelle: Prodi 5.6 Software für Ernährungs- und Diätberatung (www.nutri-science.de)
Magnesium
Magnesium
aktiviert Enzyme des Energiestoffwechsels,
ist Bestandteil des Knochens,
ist an der Speicherung und Freisetzung von Hormonen beteiligt und
spielt bei der Signalübertragung im Muskel eine Rolle.
Reichlich enthalten in:
Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Milch und Milchprodukten, Fleisch, Fisch und Gemüse
Täglicher Bedarf:
Männer 350 mg*
Frauen 300 mg*
Eisen
Eisen ist beteiligt an
der Speicherung und dem Transport von Sauerstoff in Blut und Muskeln,
der Blutbildung,
der Regulation zahlreicher Stoffwechselvorgänge und
der Entwicklung des Gehirns von Kindern und Jugendlichen
Reichlich enthalten in:
Fleisch und Fleischprodukten, Innereien, grünem Blattgemüse, Vollkornprodukten
Täglicher Bedarf:
Männer 10 mg*
Frauen 15 mg*
Jod
Als elementarer Bestandteil der Schilddrüsenhormone ist Jod beteiligt an
Wachstum und Reifung, vor allem von Gehirn und Knochen
der Wärmeproduktion des Körpers
Energiestoffwechsel
Reichlich enthalten in:
Seefisch, Meeresprodukten, Milch und Milchprodukten, allen mit Jodsalz hergestellten Produkten
Täglicher Bedarf:
200 μg*
Ist es sinnvoll, Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen, um meinen Körper optimal zu versorgen?
Für gesunde Menschen, die sich ausgewogen ernähren, sind Nahrungsergänzungsmittel völlig überflüssig. Denn mit der richtigen Lebensmittelwahl nehmen wir genügend Vitamine und Mineralstoffe auf. Ausgenommen sind chronisch Kranke oder bestimmte Personengruppen, wie z. B. Schwangere, die einen höheren Bedarf an bestimmten Vitaminen haben.
Wer meint, er könne mit Vitaminpillen und Co. seine schlechte Ernährung ausgleichen, der irrt sich. Denn isolierte Vitamine oder Mineralstoffe können die spezielle Zusammensetzung natürlicher Lebensmittel wie Obst und Gemüse nicht ersetzen. Sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe sind es, die neben den Vitaminen und Mineralstoffen Obst und Gemüse so wertvoll machen. Nicht zu unterschätzen ist auch der sättigende Effekt durch die Ballaststoffe. Wer zu Obst, Gemüse und Vollkornprodukten anstatt zur Vitaminpille greift, kommt nicht nur gesünder, sondern vor allem satter durch den Tag!
Quellen:
D-A-CH Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 2. Auflage, 5. aktualisierte Ausgabe 2019
Bundeszentrum für Ernährung: www.bzfe.de
*Für Erwachsene ab 19 Jahren. *Calciumgehalt über150 mg/Liter, z. B. Contrex, Gerolsteiner, San Pellegrino
Was sind Mikronährstoffe?
Mikronährstoffe sind Nährstoffe, die unser Körper nur in sehr kleinen Mengen benötigt, die aber für das normale Wachstum und die Funktion des Körpers wichtig sind. Dazu zählen Vitamine und Mineralstoffe.
Vitamine sind für uns essentiell (lebensnotwendig), unser Körper kann sie jedoch nicht oder nur in unzureichender Menge selbst herstellen und wir müssen sie daher mit der Nahrung aufnehmen. Es gibt 13 Vitamine, die in wasserlösliche (z. B. Vitamin C und B-Vitamine) und fettlösliche (z.B. Vitamin A, D, E und K) unterteilt werden.
Mineralstoffe sind für den reibungslosen Ablauf zahlreicher Stoffwechselvorgänge unentbehrlich. Man unterscheidet Mengen- und Spurenelemente. Zu den Mineralstoffen gehören z. B. Calcium, Magnesium, Eisen, Zink, Selen, Kupfer und Mangan.
Was ist der Unterschied zwischen Makro- und Mikronährstoffen?
Makronährstoffe und Mikronährstoffe unterscheiden sich in der Menge, die der Körper benötigt, und in der Rolle, die sie im Körper spielen.
Makronährstoffe, wie Proteine, Kohlenhydrate und Fette, sind Nährstoffe, die unser Körper in großen Mengen benötigt, um Energie zu produzieren und die Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Sie liefern Energie (in Form von Kalorien) und sind z. B. für den Aufbau von Gewebe und Muskeln unerlässlich. Der Körper benötigt normalerweise mehrere Gramm oder sogar Hunderte von Gramm dieser Makronährstoffe täglich.
Mikronährstoffe, wie Vitamine oder Mineralstoffe, sind Nährstoffe, die der Körper in kleinen Mengen benötigt, um viele Stoffwechselvorgänge und Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Der Körper benötigt normalerweise Milligramm oder sogar nur Mikrogramm dieser Mikronährstoffe pro Tag.
Insgesamt sind sowohl Makronährstoffe als auch Mikronährstoffe wichtig für eine ausgewogene Ernährung und eine optimale Gesundheit.
Welche Mikronährstoffe gibt es?
Es gibt eine Vielzahl von Mikronährstoffen, die der Körper benötigt, um normale Funktionen aufrechtzuerhalten. Dabei unterscheidet man zwei Gruppen:
Vitamine
Mineralstoffe
Hier sind einige der wichtigsten Vitamine und Mineralstoffe im Überblick:
1. Vitamine
Vitamine sind lebensnotwendig und werden für fast alle Stoffwechselprozesse benötigt. Unser Körper kann sie nicht oder nur in unzureichender Menge selbst herstellen, daher müssen wir sie mit Essen und Getränken aufnehmen. Es gibt insgesamt 13 Vitamine. Sie unterscheiden sich in ihrer Löslichkeit und werden deshalb in wasserlösliche und fettlösliche Vitamine eingeteilt.
Fettlösliche Vitamine
Hierzu zählen die Vitamine A, D, E und K (ganz einfach zu merken als EDEKA!). Da unser Körper sie speichern kann, tritt ein Mangel erst auf, wenn auch die Reserven aufgebraucht sind. Fett fördert die Aufnahme dieser Vitamine im Körper. Fettlösliche Vitamine kann der Körper also nur dann aufnehmen, wenn in der Nahrung gleichzeitig etwas Fett enthalten ist. Es reicht aber, wenn du z. B. zu den Karotten einen Dip isst oder sie in Öl oder Butter dünstest.
Wasserlösliche Vitamine
Hierzu zählen die B-Vitamine und Vitamin C. Sie können nur in geringem Umfang gespeichert werden, weshalb sich eine unzureichende Versorgung bereits nach kurzer Zeit bemerkbar macht.
Empfohlener Vitamin-Tagesbedarf
Unser Körper braucht nur sehr geringe Mengen an Vitaminen, deshalb auch die Bezeichnung „Mikronährstoffe“. Trotzdem solltest du mit einer gezielten und ausgewogenen Lebensmittelauswahl auf die Zufuhr achten, denn nicht alle Nahrungsmittel sind vitaminreich. Außerdem enthält nicht jedes Lebensmittel jedes Vitamin. Daher ist eine abwechslungsreiche Ernährung wichtig, um optimal mit allen Vitaminen versorgt zu sein.
Im Folgenden zeigen wir dir, welche Funktionen die einzelnen Vitamine haben und in welchen Lebensmitteln nennenswerte Mengen stecken.
Täglicher Bedarf*
Vitamine | Männer | Frauen |
|---|---|---|
Vitamin A (Retinol), Betacarotin | 850 µg | 700 µg |
Vitamin D (Calciferole) | 20 μg | 20 μg |
Vitamin E (Tocopherole) | 12–15 mg | 11–12 mg |
Vitamin K | 70–80 μg | 60–65 μg |
Vitamin B1(Thiamin) | 1,1–1,3 mg | 1 mg |
Vitamin B2(Riboflavin) | 1,3–1,4 mg | 1–1,1 mg |
Vitamin B3(Niacin) | 14–16 mg | 11–13 mg |
Vitamin B6(Pyridoxin) | 1,4–1,6 mg | 1,2 mg |
Folsäure (Folat-Äquivalent) | 300 μg | 300 μg |
Pantothensäure | 6 mg | 6 mg |
Vitamin B7(Biotin) | 30–60 µg | 30–60 µg |
Vitamin B12(Cobalamin) | 4 µg | 4 µg |
Vitamin C (Ascorbinsäure) | 110 mg | 95 mg |
*Für Erwachsene ab 19 Jahren.
2. Mineralstoffe
Mineralstoffe werden zum Aufbau und zur Erhaltung unseres Organismus benötigt. Sie sind z. B. Baustoffe von Knochen und Zähnen, aber auch wichtige Bestandteile von Hormonen und Enzymen. Mineralstoffe werden je nach Menge, in der sie im Körper vorkommen, in zwei Gruppen eingeteilt:
Mengenelemente (hohe Konzentration im Körper): Natrium, Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Chlorid
Spurenelemente (geringe Konzentration im Körper): Eisen, Jod, Zink, Mangan, Kupfer, Selen, Chrom, Kobalt, Fluorid, Nickel, Molybdän
Wie bei den Vitaminen gilt auch bei den Mineralstoffen: Vielfalt bei der Lebensmittelauswahl gewährleistet, dass alle benötigten Nährstoffe in ausreichender Menge aufgenommen werden können.
Die wichtigsten Mineralstoffe und Spurenelemente sind:
Calcium: täglicher Bedarf 1000 mg*
Magnesium: täglicher Bedarf Männer 350 mg*/Frauen 300 mg*
Eisen: täglicher Bedarf Männer 10 mg*/Frauen 15 mg*
Jod: täglicher Bedarf 200 μg*
Eine ausgewogene Ernährung, die eine Vielzahl von Nahrungsmitteln enthält, die reich an diesen Mikronährstoffen sind, ist entscheidend für eine optimale Gesundheit.
Wie hoch ist der Mikronährstoff-Tagesbedarf?
Wie viel wir an Mikronährstoffen benötigen, ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren wie Alter, Geschlecht und körperlicher Aktivität ab. Im Allgemeinen sind die empfohlenen Tagesdosen für die meisten Mikronährstoffe sehr niedrig und werden in Milli- oder Mikrogramm angegeben. Wir haben die empfohlenen Tagesdosen jeweils für gesunde Erwachsene ab 19 Jahren angegeben.
Gut zu wissen: Diese Empfehlungen sind allgemein gehalten und treffen nicht auf alle Menschen zu. Wenn du Fragen oder Bedenken bezüglich deines Mikronährstoffbedarfs hast, wende dich an deinen Hausarzt oder einen Ernährungsberater.
Wann ist der Bedarf an Mikronährstoffen erhöht?
Es gibt bestimmte Situationen und Lebensumstände, in denen der Bedarf an Mikronährstoffen erhöht ist:
erhöhte körperliche Aktivität
Alterungsprozess
Konsum von Genussmitteln (Zigaretten, Alkohol, Koffein)
Verdauungsprobleme (Magen-Darm-Erkrankungen, gestörte Fettverdauung, Resorptionsstörungen)
einseitige Ernährung (z. B. bei Allergien, Unverträglichkeiten)
psychischer, emotionaler Stress
chronische Erkrankungen, Operationen
Wachstumsprozesse (Kinder, Schwangere, Stillende)
Gut zu wissen: Wenn du dich in einer dieser Lebensphasen oder -situationen befindest, heißt das nicht automatisch, dass du den erhöhten Nährstoffbedarf durch Supplemente (wie z. B. Vitaminpräparate) ausgleichen musst. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung kann in den meisten Fällen ausreichend Nährstoffe liefern. In einigen Fällen kann jedoch eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein, um den erhöhten Bedarf zu decken. Bei Unsicherheiten lässt du dich am besten von deinem Arzt beraten.
Bei welchen Mikronährstoffen besteht häufiger ein Mangel?
Vorab: Nur weil du die oben genannten Referenzwerte nicht erreichst, heißt das nicht zwangsläufig, dass du unterversorgt bist oder bereits einen Nährstoffmangel hast. Bei einem Unterschreiten der Referenzwerte kann der individuelle Bedarf gedeckt sein, da die Referenzwerte erhebliche Zuschläge zum durchschnittlichen Bedarf enthalten.
Und noch eine gute Nachricht: Laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) gilt Deutschland ohnehin nicht als Vitaminmangelland, d. h. ein klinischer Vitaminmangel wird bei ansonsten gesunden Erwachsenen in Deutschland nur sehr selten festgestellt.
Dennoch kann es bei bestimmten Personengruppen immer wieder zu Mangelzuständen kommen, wie z. B. bei den folgenden Nährstoffen:
Eisen: Ein Eisenmangel ist die häufigste Form von Nährstoffmangel weltweit und betrifft insbesondere Frauen im gebärfähigen Alter. In Deutschland sind rund 0,6 % von einer Eisenmangelanämie betroffen, dabei tritt der Mangel bei Frauen etwa doppelt so häufig auf wie bei Männern.
Vitamin D: Laut einer Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) sind rund 30 % der Deutschen mangelhaft mit Vitamin D versorgt. Vor allem ältere Menschen gelten als Risikogruppe für einen Vitamin-D-Mangel. Für eine ausreichende Versorgung empfiehlt die DGE, zwischen März und Oktober zwei- bis dreimal pro Woche Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz der Sonne auszusetzen. Sonnenbrände sollten dabei unbedingt vermieden werden. Wer zur Risikogruppe zählt, sollte mit seinem Arzt abklären, ob die Einnahme eines Vitamin-D-Präparats sinnvoll ist.
Vitamin B12: Ein Mangel an Vitamin B12tritt häufiger bei älteren Menschen, Schwangeren sowie Patienten mit Nieren- oder Darmerkrankungen auf. Auch bei einer vegetarischen oder veganen Lebensweise kann es zu einem Mangel kommen, da Vitamin B12 hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt.
Jod: Ein Mangel an Jod kann bei Personen auftreten, die nur geringe Mengen jodhaltige Lebensmittel wie Meeresfrüchte, Milchprodukte oder Jodsalz essen. Laut dem 13. DGE-Ernährungsbericht ist die Jodversorgung bei etwa 30 % der Bevölkerung nach wie vor nicht zufriedenstellend.
Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel?
Für die meisten gesunden Menschen ist es kein Problem, ihren Nährstoffbedarf durch eine ausgewogene Ernährung zu decken. Für sie sind Nahrungsergänzungsmittel also überflüssig.
Für gewisse Personengruppen, wie z. B. Schwangere, Frauen mit Kinderwunsch, ältere Menschen oder chronisch Kranke, die einen erhöhten Bedarf haben oder Nährstoffe nicht ausreichend aufnehmen können, kann eine Supplementierung sinnvoll sein. Sie sollten sich dann auf jeden Fall von ihrem Arzt oder einem Ernährungsberater beraten lassen.
Wer meint, er könne mit Vitaminpillen und Co. seine ansonsten eher einseitige Ernährung ausgleichen, der liegt jedoch falsch. Denn Vitamin- und Mineralstoffpräparate enthalten– im Gegensatz zum wertvollen Obst und Gemüse – z. B. weder Ballaststoffe noch sekundäre Pflanzenstoffe, die ebenfalls positiv auf die Gesundheit wirken. Wer also zu Obst und Gemüse statt zur Tablette greift, kommt gesünder und auch satter durch den Tag!