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Motivationsumfrage: So motiviert ist Deutschland

Motivation: Umfrage zeigt Deutschlands Vorsätze, Motivationskiller und Antreiber

Wir befinden uns in einer sehr emotionalen Zeit. Das weltpolitische Geschehen belastet unsere Gemüter und gute Nachrichten sind zur Seltenheit geworden. Um nicht in diesem demotivierenden Strudel unterzugehen, brauchen wir einen Antrieb und ein klares Ziel vor Augen. Kurz: Wir brauchen Motivation!

Motivation ist alles, was uns antreibt, etwas Bestimmtes zu tun. Natürlich treibt uns aber nicht alle das Gleiche an – die Beweggründe sind oft sehr unterschiedlich. Wir wollten es etwas genauer wissen und haben gemeinsam mit dem Umfrageinstitut YouGov im Oktober 2022 über 2.000 Menschen aus Deutschland zu ihrer Motivation, ihrem Ansporn, Motivationskillern und Vorsätzen für das neue Jahr befragt.

Motivationsexperte und Top Keynote Speaker Markus Czerner ordnet diese Ergebnisse für uns ein und gibt hilfreiche Tipps, wie auch du typische Motivationskiller im Alltag vermeiden kannst.

Definition – Was genau ist denn eigentlich Motivation?

Motivation ist die Gesamtheit aller Beweggründe, die wir für ein bestimmtes Verhalten haben. Wir handeln mit einem Motiv, denn wir versprechen uns von der Handlung ein bestimmtes Ergebnis. Die Frage, wie sehr wir im Sinne unseres gewollten Ergebnisses handeln, ist dabei auch die Frage, wie motiviert wir sind. Je mehr wir ein Ergebnis wollen, desto motivierter sind wir.

Die Gründe für Motivation liegen dabei entweder an dem ganz persönlichen Anspruch, den eigenen Werten und dem eigenen Interesse (intrinsische Motivation). Sie können aber auch von außen kommen. Dinge wie soziale Anerkennung, ein gesellschaftlicher Status oder das Streben nach Bestätigung werden unter extrinsischer Motivation zusammengefasst. Natürlich kann uns aber auch eine Mischung aus verschiedenen Antrieben und Zielen motivieren, etwas zu tun.

Motivationsexperte Markus Czerner betont die Bedeutung der intrinsischen Motivation:

„Motivation kommt aus dem Inneren. Jeder von uns kann sich nur selbst motivieren. Langfristige Motivation funktioniert nur über intrinsische Motivation. Dafür muss nur eine Frage beantwortet werden: Warum mache ich das, was ich mache? Daraus ergibt sich dein Warum. Je stärker dieses Warum ist, desto stärker ist automatisch die Motivation. Kommt die Motivation aus dem Außen, ist das Warum meistens schwach, und demnach auch die Motivation.”

Fast jeder Zweite ist motiviert, etwas Neues in Angriff zu nehmen

Bevor wir genauer auf die Vorsätze und Motive der Deutschen blicken, wollten wir wissen, wie motiviert das Land aktuell überhaupt ist. Insgesamt 44 Prozent haben ganz oder teilweise zugestimmt, aktuell etwas Neues in Angriff nehmen zu wollen.

Die motivierteste Altersgruppe ist dabei die der 35- bis 44-Jährigen. Hier wollen aktuell über die Hälfte aller Befragten (51 Prozent) 2023 neue Projekte in Angriff nehmen. Deutlich weniger motiviert sind die über 55-Jährigen, nur 40 Prozent wollen noch ein Neues Ziel in ihrem Leben verfolgen. Vielleicht haben Sie schon alle Ziele erreicht?

Umfrageergebnis. Die Hälfte der Deutschen hat Motivation, etwas zu ändern.

Für Markus Czerner ist Alter nicht mehr als eine Zahl:

„Wir sind selten zu alt für etwas, lassen uns aber von ungeschriebenen Altersregeln limitieren. Das drückt unbewusst auf die Motivation. Mein Tipp: Blende dein Alter aus und mache das, was du machen willst – in deinem Tempo und mit deinen Möglichkeiten. Alter ist nur eine Zahl, keine Limitierung.”

Mehr Me-Time und aktiver leben – das hat Deutschland vor

Unabhängig vom Jahreswechsel wollten wir wissen, welche Vorsätze Deutschland sich nimmt. Es zeigt sich – ein aktiver Lebensstil und mehr Zeit für sich selbst stehen am höchsten im Kurs. Besonders junge Menschen wollen an sich arbeiten – jeder Dritte der 18-24-Jährigen möchte aktiver werden und mehr Sport machen. Schon mit dem Alter von 25 nimmt der sportliche Vorsatz stark ab, nur noch 19 Prozent sind dahingehend motiviert. Mehr Zeit für sich selbst wollen vor allem Menschen von 25 bis 44 Jahren. In diesen richtungsweisenden Jahren zwischen Familie und Beruf sehnen sich die Leute anscheinend am ehesten nach ruhigen Momenten des Alleinseins.

Umfrageergebnis: Motivation und Vorsätze der Deutschen

Was spornt uns an? Alles eine Frage der Motivation

Wenn natürlich auch extrinsische Motive für unser Verhalten eine Rolle spielen, so ist es anscheinend doch die intrinsische Motivation, die uns zu großen Teilen leitet.

  • Etwa ein Drittel der Befragten motiviert sich durch das eigene Wohlbefinden.

  • Die Tatsache, etwas wirklich bis zum Ende durchgezogen zu haben, ist für jede fünfte Person in Deutschland das Hauptmotiv.

  • Jeweils etwa 10 Prozent können sich mit dem Gedanken an eine Belohnung oder eine Gruppe motivieren, die dasselbe Ziel verfolgt.

Die Motivation kann länger aufrechterhalten werden, wenn intrinsische Motive für das eigene Wohlbefinden mit extrinsischen Motiven (z. B. angeregt durch eine Gruppe) zusammenkommen.

Umfrageergebnis, der größte Ansporn und Motivation in Deutschland

Vorsätze und der Jahreswechsel – sind Neujahrsvorsätze out?

Allgemein gibt es wohl kaum einen Zeitpunkt, der intuitiv so sehr mit frischer Motivation und neuem Antrieb verbunden wird wie der Jahreswechsel. Tatsächlich zeigt sich bei unserer Befragung aber, dass dies nur für 30 Prozent der Menschen der Fall ist. Etwa zwei Drittel gaben an, mit dem Jahreswechsel keinen besonderen Ansporn zu verbinden.

Die Altersgruppe 25-34 Jahre ist dabei noch am motiviertesten, wenn es um Neujahrsvorsätze geht. Mit zunehmendem Alter reduziert sich der Anteil auf nur noch 26 Prozent bei den über 55-Jährigen.

Zum Vergleich: Bei unserer Motivationsumfrage in der Schweiz kam heraus, dass zwei Drittel der Schweizer den Jahreswechsel als passenden Zeitpunkt für Veränderungen ansehen. Hier gehen die Meinungen also deutlich auseinander!

Neujahresvorsätze Deutschland

Kaum Neujahrsvorsätze – ist der Blue Monday schuld?

Der Jahreswechsel ist abseits vom Neustart im Kalender eine besonders schwierige Zeit für Vorsätze. Der Januar ist oft kalt, nass und dunkel. Die Lebkuchen und Weihnachtsleckereien müssen noch verarbeitet werden, das gesellschaftliche Leben fährt nach den Feiertagen und Silvester erst langsam wieder hoch. Geschenke und Feierlichkeiten haben ein Loch im Geldbeutel hinterlassen und die freien Tage sind vorbei. Mitten in dieser für viele demotivierenden Zeit hat sich wohl jeder von uns schon einmal vorgenommen, das eigene Leben grundlegend zu verändern.

Der britische Psychologe Cliff Arnall wollte diese Gegebenheiten in eine allgemeingültige Formel packen, um den „traurigsten Tag des Jahres“ zu berechnen. Seine Berechnungen küren den 3. Montag jeden Januars zum sogenannten Blue Monday (blue = traurig).

Faktoren wie Wetter, Schulden, Motivation und Misserfolge werden dabei mit Zeit kombiniert. Die Formel ist wissenschaftlich durchaus bestritten und letztendlich leider nicht allgemeingültig. Sie zeigt aber das Problem des Januars auf, der unsere Motivation vor große Herausforderungen stellt. Vergangene Misserfolge im Januar sorgen schließlich auch dafür, dass wir von Neujahrsvorsätzen absehen, um der Enttäuschung aus dem Weg zu gehen.

Und wenn es doch mal Probleme mit der Motivation gibt? Markus Czerner hat einige Tipps parat:

  • Warte nicht bis zum 1. Januar, um etwas in deinem Leben zu ändern. Das kannst du jeden Tag machen, egal wie das Datum lautet.

  • Wenn du dir neue Vorsätze nimmst: Zwinge dich sechs Wochen lang dazu, sie umzusetzen. Wir Menschen sind „Gewohnheitstiere”, deswegen sind Veränderungen auch so schwer. Unser Gehirn braucht sechs Wochen, um neue Gewohnheiten und Verhaltensweisen zu lernen.

  • Viele scheitern im Januar schon daran, weil sie ihre Ziele zu schwammig formulieren. Arbeite nicht mit unklaren Vorsätzen oder Wünschen, es braucht konkrete Ziele und einen Plan, wie du sie erreichst.

  • Kreiere eine Vision. Je klarer sie ist, desto mehr Kraft kannst du aus ihr schöpfen. Erlebe deinen Erfolg schon einmal in deinen Gedanken, damit erzeugst du positive Gefühle. Und positive Gefühle sorgen wiederum für mehr Motivation.

Die größten eigenen Motivationskiller – ist Deutschland schleichend faul?

Viele Faktoren können dafür sorgen, dass wir unsere Ziele schnell wieder aus den Augen verlieren. Man kann es sich einfach machen und die Schuld beim Wetter, dem Geldbeutel oder bei anderen äußeren Einflüssen suchen. Wir haben etwas kritischer gefragt und den Befragten persönlicher auf den Zahn gefühlt.

  • Der größte Motivationskiller ist die eigene Faulheit. Ein Drittel der Menschen hat also am inneren Schweinehund zu kämpfen. Um Ziele zu erreichen, ist das Durchhalten viel wichtiger als der Anfang.

  • 13 Prozent erkennen, dass ihre eigene Ungeduld an ihrer Motivation nagt.

  • Auch Erfahrungen aus vergeblichen Vorsätzen und unerreichten Zielen drücken auf die Motivation – insgesamt jeder Fünfte scheitert an wiederkehrendem Selbstzweifel und und somit fehlendem Selbstbewusstsein oder der Angst vor Misserfolgen.

Gründe für fehlende Motivation, Motivationskiller

Motivationstief: Freunde und Musik sind die größten Hilfen

Wichtig ist es, sich auch in Motivationstiefs Fehler und Ausnahmen zu verzeihen und weiter an dem großen Ziel, dem Motiv, warum man einst anfing, etwas zu tun, festzuhalten. Gute Musik spielt dabei für die Befragten die wichtigste Rolle. Die passende Musik kann uns motivieren und das gewisse Extra-Prozent in uns aktivieren. Nicht weniger wichtig sind aber motivierende Freunde und Bekannte, die uns inspirieren und nach vorne blicken lassen. Einige der Befragten finden Hilfe bei der Nutzung von Apps, die sie bei der Umsetzung ihrer Vorhaben unterstützen.

Erstaunlich: Mehr als jeder Fünfte gibt an, dass nichts Bestimmtes aus dem Motivationstief helfen kann. Woran kann das liegen?

Woran kann das liegen, Herr Czerner?

„Wer in einem Motivationsloch steckt, benötigt meist eine stärkere intrinsische Motivation, um aktiv zu werden. Auch wenn es noch so schwerfällt, ist es möglich, aus der eigenen Komfortzone auszubrechen.”

Leicht gesagt, aber wie kann das funktionieren? Diese Checkliste kann dir helfen:

  • Rufe dir wieder in Erinnerung, warum du mit einem Vorhaben begonnen hast. Warum war dir das so wichtig?

  • Wenn du darauf keine Antwort findest: Setze dir neue Ziele! Was willst du noch alles erreichen? Was wolltest du schon immer einmal machen? Neue Ziele sorgen immer für neue Motivation! Nur ganz wichtig: Es müssen deine Ziele sein, nicht die anderer Menschen.

  • Sei fair und lieb zu dir selbst, lass dich nicht von verpassten Zielen runterziehen. Jeder hat einmal Motivationslöcher, akzeptiere, dass es aktuell so ist.

  • Schreib dir auf, was du schon alles in deinem Leben erreicht hast, und freue dich darüber! Schau mehr auf die Habenseite als auf die Sollseite.

  • Manchmal rauben zu große Ziele die Motivation. Hier hilft es, das große Ziel in kleinere Teilziele zu splitten. So hast du mehr Teilerfolge, welche die Motivation steigern.

Fazit:

Hat Deutschland ein Motivationsproblem?

Deutschland ist sich uneinig - Etwa die Hälfte aller Befragten ist aktuell motiviert, etwas Neues anzugehen. Allem voran wollen die Menschen aktiver werden, aber auch mehr Zeit für sich selbst genießen können.

Diese Motivation hat jedoch nichts mit dem Jahreswechsel zu tun, denn Neujahrsvorsätze sind für die Mehrheit nachweislich nicht besonders wichtig. Außerdem birgt der Januar rund um den sogenannten Blue Monday unglaublich viel Enttäuschungspotential.

Wenn doch der Wunsch nach Veränderung da ist, motivieren wir uns besonders durch das eigene Wohlbefinden und das gute Gefühl, etwas zu Ende gebracht zu haben. Leider ist die einschleichende Faulheit neben Ungeduld und Selbstzweifeln dabei unser größter Motivationskiller.

Zum Glück können uns gute Musik und nette, motivierende Gesellschaft dazu bringen, unsere Ziele weiter vor Augen zu behalten und nicht aufzugeben. So können unsere Ziele erreicht werden, unabhängig vom Jahreswechsel oder dem inneren Schweinehund.

Methodik

Die Umfrage wurde in Zusammenarbeit mit YouGov im Oktober 2022 durchgeführt. Es wurden 2.108 gültige Stimmen bevölkerungsrepräsentativ erhoben. Die vollständigen Ergebnisse inklusive demographischer Daten können auf Nachfrage eingesehen werden.

Trotz großer Sorgfalt bei der Erhebung und Erstellung der Inhalte übernimmt WeightWatchers keinerlei Haftung oder Garantie für die auf dieser Seite dargestellten Informationen.

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