Sport mit Kindern

So bringst du mehr Bewegung in den Familienalltag

In der Sportpädagogik heißt es: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Gemeint ist damit, dass beim sportlichen Training der körperliche, soziale und kognitive Entwicklungsstand berücksichtigt werden sollte. Kinder haben zudem völlig andere Gründe, weshalb sie sich bewegen. Aspekte wie Gesundheit oder Stressabbau sind ihnen völlig fremd. Spaß muss es machen! Und das am liebsten mit anderen Kindern. Aber auch mit Mama und Papa können sportliche Aktivitäten so richtig Spaß machen. Und wir zeigen dir hier, wie dies im Trubel des Alltags gelingen kann.

Worauf ist beim Sport mit Kindern zu achten?

Wichtig ist, den eigenen Ehrgeiz beiseite zu legen und ganz klar den Spaß in den Vordergrund zu stellen. Und um Spaß zu haben brauchen Kinder nicht viel, denn sie besitzen noch einen ganz natürlichen Drang nach Bewegung. Und diesen gilt es heraus zu kitzeln. Wir Erwachsenen können das prima unterstützen, indem wir unseren Kleinen den nötigen Freiraum lassen, sodass sie nach Herzenslust die Welt der Bewegung mit all ihrer Neugier erkunden können. Und zwar spielerisch, ganz in seinem Tempo, mal schnell, mal langsam und mit ganz viel Abwechslung. So werden gute Grundlagen gelegt, dass Bewegung und Sport langfristig mit positiven Gefühlen gekoppelt werden.

Welche Vorteile hat Sport mit Kindern?

Ein Kind profitiert von jeder Bewegungserfahrung. Ganz egal ob im Sportverein, beim Toben auf dem Sofa oder Abtauchen im Gartenpool. Gefördert werden so die körperlichen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten. Kurzum: Sport macht fit, schlau und teamfähig. Und wenn du zusammen mit deinem Kind Sport machst, wird außerdem noch die Familienbande gestärkt. Die kindliche Psyche saugt die gemeinsamen Erlebnisse förmlich auf und speichert diese ein Leben lang. Deshalb in puncto bewegte Zeit lieber entspannt auf das Prinzip der Qualität statt auf Quantität setzen.

Welche Sportarten gibt es für Kinder?

Die Auswahl an Sportangeboten ist mittlerweile riesengroß. In den Städten wird man mit den unterschiedlichsten Angeboten sogar eher überfordert. Zum Glück gibt es deneinen Kindersport schlechthin nicht. Jede Sportart bietet ihre eigenen Pluspunkte. Berücksichtigt man die Entwicklungsphasen der Kinder, kann folgende Empfehlung ausgesprochen werden: Je jünger die Kinder sind, desto wichtiger ist es, eine große Bewegungsvielfalt und abwechslungsreiche Angebote in den Vordergrund zu stellen, um so die Motorik möglichst umfassend zu schulen. Weniger sinnvoll sind frühe, einseitige Spezialisierungen. Ein wunderbarer Ratgeber ist hier z. B. das Buch „der kleine Sporticus“ von Froböse & Großmann.

Tipp: Kinderturnen, ein toller Klassiker für die Kleinen

Beim Kinderturnen werden die motorischen Grundlagen perfekt ausgebildet: Neben Koordination, Kraft und Beweglichkeit, kommen auch Ausdauer und Schnelligkeit nicht zu kurz. Gleichzeitig wird beim spielerischen Umgang mit Kästen, Bänken und Co. die Angst vor den Geräten genommen und das Selbstbewusstsein gestärkt.

Normalerweise werden die Angebote unterteilt in Eltern-Kind-Turnen für die ganz Kleinen (1-3-Jahre) und das klassische Kinderturnen für die Altersklasse 4-6 Jahre.

Bewegungs-Ideen für Draußen

Ab in die Natur und der Rest ergibt sich bei Kindern von selbst. Rein in den Bach, rauf auf den Baum, Stöcke sammeln, Staudämme bauen: Balancieren, verstecken, klettern, hangeln, hüpfen, Hindernisse überwinden. Je kleiner dein Kind, desto weniger Planung ist für den natürlichen Sportplatz erforderlich. Und wenn du mitmachst, wirst du merken, wie schnell man auch spielerisch ins Schwitzen kommt.

Wenn dein Kind schon etwas älter ist, beziehe es einfach in die Planung mit ein. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Kombiniere z.B. eine Wanderung mit einem Foto-Wettbewerb für das schönste Naturbild. Oder verwandle den Familienausflug zum bewegten Highlight, indem du eine Radtour mit einem köstlichen Picknick verbindest. Packe außerdem einen Ball, Frisbee, Springseil, Federball-Spiel oder Indiaca ein. Und schon gibt es genügend Anreize, um gemeinsam doppelt sportlich aktiv zu werden und jede Menge Spaß zu haben.

Wie lange darf ein Kind joggen?

Wenn es um Sport an der frischen Luft geht, wird diese Frage immer wieder gerne gestellt. Allerdings kann sie nicht pauschal beantwortet werden. Denn jedes Kind ist anders (übrigens genau wie wir Erwachsenen ☺). Nur mit dem Unterschied, dass Kinder noch viel weniger Lust haben, etwas durchzuhalten, was ihnen keinen Spaß macht. Und die meisten Kinder finden Joggen einfach nur total öde! Findet dein Kind Joggen ausnahmsweise super, kein Problem, wirklich überlasten kann man Kinder nicht. Kinder hören naturgemäß einfach auf, wenn sie nicht mehr können oder wollen. Dann wird entweder rumgemeckert oder alle anderen Dinge sind plötzlich viel spannender. Wenn du also gemeinsam mit deinem Kind joggen gehst, erlaube es ihm, Pausen zu machen und aufzuhören, wenn es genug hat.

P.S.: Die Forscherpausen der Kinder kann man übrigens super für ein paar Kraftübungen nutzen!

Und Sport in der Wohnung?

Ja klar, auch in den eigenen vier Wänden gibt es viele Möglichkeiten, etwas für die Familien-Fitness zu tun. Damit auch bei schlechtem Wetter keine Langeweile aufkommt, haben wir abschließend noch ein paar Ideen für den gemeinsamen Indoor-Sport zusammengestellt:

Luftballon-Disco mit der Lieblings-Musik der Kids und jeweils 2 Ballons pro Person. Gewöhnlich haben die Kinder mit den Luftballons genug Spaß, aber vielleicht probiert ihr gemeinsam folgendes:

  • Ballons in der Luft halten (nur mit den Händen, Füßen, den Daumen oder Köpfen)
  • Bauchtanz zu zweit mit Ballon zwischen euch auf Bauchhöhe)
  • Rückentanz (dann mit dem Rücken)

Familien-10-Kampf: Wer kann...

  • ...tiefer in die Hocke
  • ...mehr Situps
  • ...die verrückteste Verrenkung
  • ...und 7 weitere, gemeinsam ausgeheckte Übungen

Fitness-Parcour mit Alltagsgegenständen (Stühle, Socken, Kartons usw.) kombiniert mit Fitnessgeräten (z.B. Hula-Hoop, Seilchen, Hanteln, etc.)

Gummitwist