Die 10 grössten Mythen übers Abnehmen

Wir haben den wissenschaftlichen Faktencheck gemacht und gängige Mythen aufgedeckt und erklärt.

Laut dem aktuellen Trendreport Ernährung 2021 platzierten 25 Prozent der befragten Expertinnen Mythen und falsche Ernährungsinformationen an 5 Stelle der 10 wichtigsten Trends. Das Stimmungsbild zu diesem Thema ist eindeutig: Es besteht viel Irrglaube bei Ernährungsthemen. Auch in unseren WW Workshops hören wir immer wieder Fragen von Mitgliedern, die durch falsche Informationen verunsichert sind.

Wir haben uns darum einmal die häufigsten Mythen angeschaut und den Faktencheck durch Studien und wissenschaftliche Erkenntnisse vorgenommen. Erfahre mehr zu den grössten Mythen übers Abnehmen und was wirklich dahintersteckt.

Mythos 1:

Es gibt Lebensmittel, wie z. B. Apfelessig, die den Stoffwechsel ankurbeln können und helfen, abzunehmen.

Tatsache: Es wäre so herrlich einfach, wenn man einfach ein Glas Wasser mit Apfelessig vor dem Essen trinkt und das Abnehmen plötzlich klappt. Leider gibt es keine ausreichenden (oder überzeugenden) Erkenntnisse, die beweisen, dass der Stoffwechsel angekurbelt wird oder man mehr abnimmt, wenn die Ernährung sonst beim Alten bleibt, so eine 2014 in Nutrition Reviews veröffentlichte wissenschaftliche Übersicht.

Auch anderen Lebensmittel wird nachgesagt, dass sie den Stoffwechsel ankurbeln können, allerdings müsste man in den meisten Fällen eine so grosse Menge essen oder trinken, um auch nur einen minimalen Effekt zu erzielen, so eine Studie aus dem Jahr 2012, die in der Fachzeitschrift Chemistry Senses veröffentlicht wurde. Letztendlich hilft auch hier wieder nur eine ausgewogene Ernährung.

Mythos 2:

Ich kann nicht abnehmen, weil ich älter bin.

Tatsache: Wenn du älter wirst, neigt der Stoffwechsel dazu, sich um 1 bis 2 Prozent zu verlangsamen, laut einer Public Health Nutrition Studie, die 2005 veröffentlicht wurde. Je langsamer der Stoffwechsel arbeitet, desto weniger Kalorien verbrennt der Körper pro Tag. Das wiederum kann es schwieriger machen, in den 60ern abzunehmen als in den 20ern.

Zudem verändert sich die Zusammensetzung des Körpers, die Knochen- und Muskelmasse schwindet, das Körperfett steigt, wodurch unser täglicher Kalorienbedarf ebenfalls sinkt. Denn Muskeln verbrauchen mehr Energie als Fettmasse.

Körperliche Aktivität wirkt dem entgegen. Besonders Krafttraining hilft, Knochen- und Muskelmasse zu erhalten und unseren Grundumsatz möglichst hoch zu halten

Mythos 3:

Wenn du regelmässig 5 kleine Mahlzeiten isst, nimmst du besser ab, als wenn du 3 grössere Mahlzeiten isst, die weiter auseinander liegen.

Tatsache: Anhand der aktuellen Studienlage gibt es keine generelle Empfehlung, ob du besser mehrere kleine oder weniger grosse Mahlzeit essen solltest. Es kommt auch hier darauf an, was du isst. 3 grosse sättigende und gesunde Mahlzeiten sind die bessere Wahl, als z. B. 5 ungesunde Snacks. Aber 5 kleine gesunde Mahlzeiten über den Tag verteilt können helfen, Heisshunger zu verhindern. Du siehst dein Hunger- und Sättigungsgefühl hilft dir, eine gute Frequenz für dich zu finden.

Denn letztlich ist es nicht wichtig, wie oft du isst, sondern was!

Denn fürs Abnehmen gilt die simple Rechnung weniger Kalorien aufzunehmen, als du verbrauchst, dann nimmst du ab. Wenn du alles, was du isst und trinkst, in deiner WW App trackst, behältst du einen guten Überblick.

Mythos 4:

Du musst viel Wasser trinken, um abzunehmen.

Tatsache: Wasser beeinflusst zwar die allgemeine Funktion deines Körpers, hat aber keine Kalorien und trägt daher nicht zur Gewichtszunahme oder zum Abnehmen bei. ABER: Wenn du alle kalorienhaltigen Getränke, die du normalerweise trinkst (z. B. zuckerhaltige Cola, Eistee, Säfte) durch Wasser ersetzt, wird dies deine Abnahme unterstützen, da es die Menge der Kalorien, die du an einem Tag zu dir nimmst, stark reduziert, so eine klinische Studie aus dem Jahr 2016, die in der Zeitschrift Obesity veröffentlicht wurde.

Mythos 5:

Es ist wichtig, dass du deinen Körper regelmässig entgiftest.

Tatsache: Aus wissenschaftlicher Sicht ist eine Entgiftung des Körpers mit Hilfe von sogenannten Detox-Massnahmen nicht nötig. Der gesunde menschlicher Körper reinigt sich selbst. Er scheidet unerwünschte Stoffe über Leber, Nieren, Darm, Haut und Atmung aus. Wissenschaftliche Belege für die Existenz von Schlacken im Körper gibt es nicht, so eine 2015 im Journal of Human Nutrition and Dietetics veröffentlichter Review über bestehende Forschung zu Entgiftungsdiäten. Sogenannte Detox-Produkte, wie spezielle Getränke, Pulver oder gar Entgiftungspflaster sind teuer und nützen nur dem Verkäufer.

Während bestimmte medizinische Bedingungen die Funktion deiner Leber oder Nieren beeinträchtigen können, ist es am besten, einen Arzt aufzusuchen, anstatt sich auf Entgiftungsprodukte zu verlassen.

Interessantes Hintergrundwissen zum Thema Fasten erfährst du hier!

Mythos 6:

Du musst Sport treiben, um abzunehmen.

Tatsache: Das Wichtigste zuerst: Du kannst abnehmen, ohne sportlicher zu werden und zwar indem du lediglich deine Ernährung veränderst. Die Forschung legt jedoch nahe, dass Bewegung die Abnahme um 20% erhöhen kann, laut einem 2015 durchgeführten Review bestehender Studien zum langfristigen Gewichtsverlust nach Ernährungsumstellung und Sport.

Wenn dich das nicht motiviert, dich zu bewegen, hier ein weiteres Argument: Mehrere Studien zeigen, dass Menschen, die sich regelmässig bewegen, ihr Gewicht später leichter halten. Studien zeigen ausserdem, dass Bewegung dein Selbstwertgefühl steigern und deine Stimmung und Schlafqualität verbessern kann. Wer sich regelmässig bewegt, kann ausserdem Stress gut ausgleichen und das Risiko an Depressionen zu erkranken, reduzieren. Das bedeutet nicht, dass du anfangen musst, einen Marathon zu laufen. Finde etwas, was du wirklich gerne machst.

Mythos 7:

Smoothies sind immer eine gesunde Option.

Tatsache: Smoothies sind nicht unbedingt die beste Wahl zum Abnehmen. Obwohl Smoothies gesunde Zutaten wie Früchte, Gemüse und fettarme Milchprodukte enthalten können, liefert das Schlürfen durch einen Strohhalm hochkonzentrierte Kalorien, die schnell verbraucht werden können, was deinem Körper nicht viel Zeit lässt, zu registrieren, dass er tatsächlich etwas "gegessen" hat.

Das könnte daran liegen, dass beim Trinken der Akt des Kauens entfällt, der sich auf die Signale zwischen Bauch und Gehirn auswirken kann, wie eine 2015 in Physiology and Behavior veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit zeigt. Schliesslich handelt es sich bei Smoothies um Flüssigkeiten, die dein Gehirn nicht als feste Nahrung registriert. Stell dir vor, du isst eine ganze Orange, einen Apfel und eine Handvoll Erdbeeren. Jetzt stelle dir diese 3 Obstsorten als Smoothie vor.

Mythos 8:

Ich habe Probleme beim Abnehmen, weil ich nicht genug esse.

Tatsache: Auch wenn man zum Abnehmen weniger Kalorien aufnehmen sollte, als man verbraucht, so ist nicht sinnvoll zu wenig essen. Denn wenn über eine längere Zeit konsequent zu wenig Energie zugeführt wird, wie z. B. bei langem Fasten oder einer langfristig durchgeführten Crash-Diät mit einer Energieaufnahme von 800 kcal und weniger, kann sich der Grundumsatz verringern. Das bedeutet, der Körper braucht weniger Energie für seine Routinearbeiten, was es schwieriger machen kann, abzunehmen und auch das Gewicht zu halten.

Das Fazit: Weniger zu essen, kann beim Abnehmen helfen, aber zu wenig zu essen, kann es schwierig machen, langfristig erfolgreich zu sein. Je zufriedener und wohler man sich bei der Abnahme fühlt, desto länger kann man den gesünderen Lebensstil für sich beibehalten.

Mythos 9:

Wenn ich zu viel Früchte esse, nehme ich nicht ab.

Tatsache: Früchte zu essen, kann dir beim Abnehmen helfen, wenn du es anstelle von kalorienreicheren Snacks isst. Denn Banane, Apfel und Co. sind immer die bessere Wahl zu einem Schokoriegel. Sie versorgen dich mit Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen und haben weniger Kalorien. Aber kalorienfrei sind sie natürlich nicht, auch wenn sie bei meinWW®+ zu den ZeroPoint® Lebensmitteln gehören.

Das bedeutet, auch wenn Früchte 0 Punkte hat, sind sie kein „All you can eat”-Freifahrtsschein! Sollte es einmal mit deiner Abnahme nicht weitergehen, dann schaue, ob du eine bessere Balance findest.

Mythos 10:

Wenn ich ein bestimmtes Gewicht erreiche, hört meine Gewichtsabnahme auf, weil das der Set-Point ist, den mein Körper will.

Tatsache: Die „Set-Point-Theorie" besagt, dass die Menge an Fett in unserem Körper relativ stabil ist. Diese Theorie ist bei Tieren eindeutig bewiesen, aber beim Menschen ist sie weniger eindeutig. Was wissen wir also mit Sicherheit?

Etwa 50% des Körpergewichts wird durch die Genetik bestimmt, die anderen 50% durch die Ernährung und die Aktivität.

Während du an deinen Genen nicht viel ändern kannst, kannst du durch eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung dein Gewicht beeinflussen.