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Warum ich mich auf meine Menopause freue

Wie die meisten Aspekte des Älterwerdens wird auch die Menopause oft als etwas angesehen, vor dem sich Frauen fürchten sollten. Unsere Autorin sieht in ihr aber einen Grund zum Feiern.

Zuletzt aktualisiert 11. August 2025

Ich warte gerade darauf, dass meine Periode einsetzt. Nicht, weil ich Bedenken habe, dass sie ausbleibt, sondern weil ich sie einfach hinter mich bringen will. Die letzten vier Tage habe ich versucht, mein Leben zu leben, mich mit Freunden zu treffen, meiner Arbeit nachzugehen – das Übliche eben. Doch die ganze Zeit hatte ich Stimmungsschwankungen, Krämpfe, Verdauungsprobleme und Migräne. Ich bin mittlerweile 47 Jahre alt und frage mich, wie lange ich das noch ertragen muss. Das Licht am Ende des Tunnels ist der Tag, an dem die Menopause eintritt und das alles vorbei ist. Ehrlich gesagt, freue ich mich schon darauf.

Erst in den letzten Jahren ist meine Periode stärker und stärker geworden. Seit ich sie zum ersten Mal bekam, war sie nie so lästig. Ich zählte zu den Glücklichen, die das ganze Leben über relativ kurze und schwache Perioden hatten. Natürlich war sie manchmal etwas unregelmäßig (ich erinnere mich nur zu gut daran, als ich zu einem Festival auf einer Insel, die nur mit der Fähre erreichbar war, ein weißes Leinenkleid trug und meine Periode zwei Tage früher kam) und ich hatte ab und zu mit Krämpfen und Reizbarkeit zu kämpfen. Aber diese Symptome traten nie tagelang vorher auf und schon gar nicht alle auf einmal, wie es jetzt der Fall ist.

Ich verstehe, dass das alles Teil der Perimenopause ist, die eher unangenehme Zeitspanne vor der eigentlichen Menopause. Vielleicht kündigt mein Körper so das Ende meiner Periode an: mit schweren Zyklen, die mir signalisieren, nicht zu sehr um meine Fruchtbarkeit zu trauern oder mir zu viele Sorgen um das Älterwerden zu machen.

Die Wechseljahre, wie auch viele andere Anzeichen des Älterwerdens, scheinen jeden auf eine unvorhersehbare Art und Weise zu beeinflussen. Älterwerden ist mir bisher nicht allzu schwergefallen. Mit Mitte zwanzig begann mein blondes Haar zu ergrauen, und ich ließ mir solange platinblonde Strähnchen färben, bis meine Haare so hell waren, dass ich sie rauswachsen lassen konnte. Mein Körper ist weniger straff, aber als jemand, der seit der Grundschulzeit verschiedene Diäten ausprobiert hat, war „ein sexy Body“ ohnehin nie etwas, das ich mit mir selbst in Verbindung gebracht habe. Ich habe Botox und Filler versucht, aber nichts davon war weltbewegend genug, um die hohen Kosten dafür zu rechtfertigen.

Also habe ich mich, wenn ich das so sagen darf, dem natürlichen Alterungsprozess hingegeben. Was natürlich nicht heißt, dass ich mich „gehen lasse“. Pünktlich jeden Monat gehe ich zum Waxing. Zu meiner Geburtstagsparty trug ich einen Minirock mit einer durchsichtigen schwarzen Bluse. Die letzte ernsthafte Beziehung, die ich hatte, war mit einem über 15 Jahre jüngeren Mann (und dabei war ich diejenige mit der stärkeren Libido, also gibt es in dem Bereich noch keine Probleme). Ich weiß nicht, ob ich in meiner aktuellen (perimenopausalen) Phase am besten aussehe, aber ich fühle mich besser denn je. Ich fühle mich am meisten wie ich selbst, als ob es tatsächlich so lange gebraucht hätte, bis ich mich endlich rundum wohl fühle. Ich bin ich und ich bin nicht perfekt.

Ich kenne die Leiden von Freunden und Fremden auf TikTok in- und auswendig. Viele fühlen sich mit zunehmendem Alter in unserer Gesellschaft unsichtbar, aber ich persönlich sehe darin einen Fortschritt. Von außen bekommt man vielleicht weniger Bestätigung, aber die habe ich sowieso nie wirklich erhalten. Früher war mein Körper für jeden in der Öffentlichkeit sichtbar, aber das meiste Interesse bekam ich von Leuten, die mich für schwanger hielten oder wissen wollten, zu welchem Friseur ich ginge.

In dieser Hinsicht ist das Älterwerden fast schon eine Art Belohnung für jemanden wie mich, die während ihrer Blütezeit mit geringem Selbstvertrauen zu kämpfen hatte. Jetzt fühle ich mich als Frau in dieser Gesellschaft stark und sichtbar. Ich habe meine eigene Meinung und scheue nicht zurück, sie zu äußern. Es macht mir nichts aus, allein essen zu gehen, wenn ich Lust dazu habe, und ich habe auch kein schlechtes Gewissen, ab und zu bis 4 Uhr morgens auszugehen. Es geht nicht so sehr darum, dass ich mir als Frau mittleren Alters eine neue Persönlichkeit zugelegt habe, sondern darum, dass ich mir in diesem Lebensabschnitt erlaube, einfach mein Leben zu leben, ohne dabei ständig an mir selbst zu zweifeln.

Anstatt mich über das Älterwerden zu beschweren, entdecke ich die Freiheiten, die mir dieser lange Weg in Richtung Menopause ermöglicht. Was wohl der größte Moment von Freiheit sein wird? Das Eine, was ich kaum erwarten kann? Niemals wieder Tampons kaufen zu müssen.

Dieser Inhalt dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Er sollte nicht als Ersatz für den Rat eines Arztes/einer Ärztin oder medizinischen Fachpersonals betrachtet werden.

Warum ich mich auf meine Menopause freue | WW Deutschland