Beeinflusst die Menopause deine Libido?
Deine Libido verändert sich gerade? Viele Frauen spüren das in den Wechseljahren – erfahre hier, wie du deine Lust wieder ankurbeln kannst.

Bei jedem gibt's mal Phasen, in denen das Sexleben etwas ruhiger ist. Stress, Erschöpfung, Beziehungsprobleme und tausend andere Dinge können dazu führen, dass „Sex haben” ganz unten auf deiner To-do-Liste landet. Wenn du aber gerade in den Wechseljahren bist, kann es sein, dass es komplett von der Liste verschwindet. Hier erfährst du, was da los ist, wie du erkennst, ob dein Libidoverlust ein Problem ist, und was du tun kannst, um wieder in Schwung zu kommen.
Was ist die Libido?
Libido beschreibt sexuelles Verlangen oder Interesse. Hormone wie Östrogen und Testosteron fördern die Lust, während Progesteron sie hemmen kann. In den Wechseljahren verändert sich dieses hormonelle Gleichgewicht deutlich.
Wie häufig kommt eine niedrige Libido vor?
Häufiger als viele denken: Studien mit über 80.000 Frauen zeigen, dass bis zu 75 % der Frauen von sexuellen Problemen in dieser Lebensphase berichten. „Das reicht von fehlendem Interesse bis hin zu Schwierigkeiten beim Orgasmus“, erklärt Dr. Aimee Eyvazzadeh, M.D., Gynäkologin und Reproduktions-Endokrinologin.
Warum verändert sich die Libido?
In den Wechseljahren sinken Östrogen, Progesteron und Androgene. Diese hormonellen Veränderungen setzen eine Kettenreaktion in Gang, die sowohl Körper als auch Geist beeinflusst, erklärt Dr. Stephanie Faubion, Director des Center for Women’s Health an der Mayo Clinic.
Weniger Durchblutung: Niedriges Östrogen reduziert die Durchblutung von Klitoris und Vaginalbereich – das kann Empfindung und Erregung verringern.
Vaginale Trockenheit: Weniger Östrogen bedeutet weniger natürliche Feuchtigkeit, was Sex unangenehm oder schmerzhaft machen kann.
Geringere Energie: Hormonelle Veränderungen können Schlaf stören und Müdigkeit verstärken, besonders bei Nachtschweiß oder Schlaflosigkeit.
Stimmungsschwankungen: Anspannung/Innere Unruhe, depressive Verstimmungen oder Probleme mit dem Körperbild können ebenfalls die Lust mindern.
Anzeichen für eine niedrige Libido
Ein Libidoverlust zeigt sich bei jeder Frau anders, typische Hinweise sind:
Weniger oder kein Interesse an Sex
Keine sexuellen Gedanken oder Fantasien
Frust oder Unzufriedenheit über fehlende sexuelle Aktivität
Was hilft gegen Libidoverlust?
Keine Sorge – es gibt einige wirksame Ansätze, um die Lust wieder zu steigern:
1. Lebensstil anpassen
Eine ausgewogene Ernährung, Bewegung, ausreichend Schlaf und Stressmanagement wirken Wunder. Schon kleine Änderungen können viel bewirken. Genug Protein und Wasser steigern Energie – und manchmal auch die Lust. Ein Abendspaziergang kann Stimmung und Durchblutung – auch der Sexualorgane – verbessern.
Mehr über Ernährung in den Wechseljahren.
2. Gleitmittel und Intimcremes
Gleitmittel sorgen sofort für mehr Komfort beim Sex, Intimcremes pflegen langfristig vaginales Wohlbefinden – beides macht Sex angenehmer.
3. Beckenboden-Übungen
Spezielle Übungen stärken die Beckenbodenmuskulatur, verbessern die Durchblutung und steigern die Empfindung. Nach 12 Wochen berichten viele Frauen in den Wechseljahren über gesteigerte sexuelle Zufriedenheit.
4. Therapie & Beratung
Die Libido wird auch von emotionalen und Beziehungsfaktoren beeinflusst. Darüber zu sprechen kann helfen, Selbstwert, Beziehungsdynamik oder psychische Herausforderungen anzugehen. Psychologen oder Sexualtherapeuten können dabei individuelle Unterstützung bieten.
Dieser Inhalt dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Er sollte nicht als Ersatz für den Rat eines Arztes/einer Ärztin oder eines medizinischen Fachpersonals betrachtet werden.