Mach einen Realitätscheck
Drei einfache Schritte gegen Alles-oder-Nichts-Denken.

Gehst du mit der Einstellung „Alles oder Nichts“ an die Dinge heran? Ist für dich alles entweder schwarz oder weiss, gut oder schlecht, Perfektion oder Versagen?
Wir alle kennen solche Situationen aus unserem eigenen Leben. Du hast vielleicht ungeplant etwas gegessen, dich danach schlecht gefühlt und weiter gegessen, weil der Tag ohnehin „gelaufen“ war. Oder du hast den Yogakurs verpasst, warst enttäuscht und bist dann die ganze Woche nicht mehr hingegangen.
Wenn man mal genauer hinschaut, merkt man wie unlogisch die Alles-oder-Nichts-Denkweise ist. Wenn du beim Fahren falsch abgebogen bist, denkst du ja auch nicht: „Jetzt ist die ganze Fahrt verdorben und ich komme nie am Ziel an“, und biegst dann immer weiter falsch ab.
Trotz der logischen Schwächen kann sich das Alles-oder-Nichts-Denken schnell in unseren Alltag einschleichen – das ist eine normale menschliche Reaktion. Wir wissen, dass sich unser Denken auf unser Fühlen auswirkt, was wiederum unser Handeln beeinflusst. Alles-oder-Nichts-Gedanken können daher bewirken, dass du in einer Weise fühlst, und dann handelst, die deinen Weg zu Gewichtsabnahme und Wohlbefinden unterminiert.
Die „Check“-Liste
Du kannst diese wenig hilfreiche Denkweise überwinden, indem du derartige Gedanken so umlenkst, dass sie realistischer und ausgewogener werden. Du musst deine Alles-oder-Nichts-Gedanken in Gedanken umwandeln, die sich positiv auf dein Fühlen und Denken auswirken. Und so geht’s:
1. Achte auf deinem Weg zu Gewichtsabnahme und Wohlbefinden auf deine Gedanken und identifiziere Alles-oder-Nichts-Gedanken. Hast Du zum Beispiel schon einmal gedacht: „Ich kann es einfach nicht, ich hab mein Aktivitäts-Ziel diese Woche wieder nicht erreicht?“
2. Wenn du einen solchen Gedanken hast, führ einen der beiden nachstehenden Realitätschecks durch:
Faktencheck: Frag dich selbst: „Was beweist mir, dass dieser Gedanke richtig ist? Was beweist mir, dass er falsch ist?”
Freundecheck: Frag dich selbst: „Was würde ich einem Freund oder Familienmitglied in der gleichen Situation sagen?”
Dann frag dich: „Wenn ich eines meiner Ziele nicht erreiche, heisst das wirklich, dass ich in ein „Versager“ bin? Ist es realistisch, Perfektion zu erwarten?“
3. Nimm dir einen Moment Zeit, um einen neuen Gedanken zu entwickeln, der realistisch und ausgewogen ist … und dich deinen Zielen näher bringt. Dein neuer Gedanke könnte zum Beispiel sein: „Niemand ist perfekt, und ich bin kein Versager, wenn ich eines meiner Ziele nicht erreiche. Ich habe auf diesem Weg schon viel geändert und Fortschritte gemacht. Wenn ich perfekt sein will, ist meine Enttäuschung vorprogrammiert. Ich bin auch nur ein Mensch und so ist das Leben. Ich versuche mein Bestes, und wenn ich mein Aktivitäts-Ziel nicht erreiche, dann passe ich es in der nächsten Woche eben an.”