Ergonomie am Arbeitsplatz: Das solltest du im Homeoffice beachten

Ergonomie Definition: Was ist Ergonomie?

Den Begriff Ergonomie kennt mittlerweile jeder, doch was genau bedeutet er eigentlich? Die Ergonomie als Wissenschaft beschäftigt sich mit der Frage, wie die Schnittstelle von Mensch und Arbeit optimal gestaltet werden kann. Im Vordergrund steht das Ziel, die Arbeitsbedingungen bestmöglich an die Person anzupassen, um diese vor körperlichen und psychischen Schäden zu schützen.

Darum ist ein ergonomischer Arbeitsplatz so wichtig

Gerade im Bereich der Bürotätigkeiten spielt die Ergonomie eine immer größere Rolle. Denn wer stundenlang vor dem Rechner sitzt, neigt eher zu Verspannungen, Kopf-, Schulter- und Rückenschmerzen sowie Sehstörungen. Und wenn man bedenkt, dass viele Menschen fast ihren gesamten Arbeitstag vor dem Bildschirm verbringen, ist es sinnvoll, zumindest ein paar Grundregeln zu beachten. Diese werden in vielen Unternehmen wegen der gesetzlichen Vorgaben umgesetzt, doch beim mobilen Arbeiten sieht die Situation häufig anders aus.

Sitzt du vielleicht auch manchmal auf dem Hocker am Küchentresen oder auf dem Sofa tief gebeugt über dem Couchtisch? Oder flüchtest du sogar ins Schlaf- oder Kinderzimmer, um überhaupt in Ruhe arbeiten zu können? Unabhängig davon, ob du im Office oder zuhause arbeitest, bereits kleine Anpassungen können helfen die oben genannten „Bürokrankheiten“ zu vermeiden. Anfangen kann man schon bei der Arbeitsumgebung. Generell sorgen gute Lichtverhältnisse, eine angenehme Temperatur (ca. 20-22 °C), regelmäßige Frischluft sowie eine ruhige Umgebung für stressfreies Arbeiten.

Die optimale Sitzposition am Schreibtisch

Auch wenn Sitzen immer ein Kompromiss ist, sollten Schreibtisch und Sitzmöbel zumindest so zusammenpassen, dass eine aufrechte und gleichzeitig entspannte Haltung möglich ist. Dies kannst du ganz einfach am Winkel deiner Arme überprüfen, der bei locker hängenden Schultern etwa 90 Grad betragen sollte. Wenn du deine Füße komplett aufstellst, gilt das gleiche für den Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel, hier darf es sogar noch ein Stückchen mehr sein. Hinzukommt ausreichend Beinfreiheit, um immer mal wieder die Beine auszustrecken.

Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz: Abstand zum Monitor

Platziere den Bildschirm am besten gerade vor dich hin, etwa eine Armlänge von den Augen entfernt. Um unangenehme Spiegelungen zu vermeiden, sollte die Blickrichtung parallel zum Fenster verlaufen, also eine Schulter in Richtung Fenster zeigen. Zudem kannst du auf eine natürliche Blickrichtung achten. Diese geht leicht nach unten, was die Nackenmuskulatur merklich entspannt. Wenn du mit Laptop oder Notebook arbeitest, kannst du durch die Nutzung einer externen Maus und Tastatur zusätzlich noch die Schultermuskeln entlasten.

Die 40:15:5-Regel gegen Dauersitzen

Ein gut ausgestatteter Arbeitsplatz bringt viel, ist aber nicht alles. Wer einen sitzenden Job hat, sollte trotzdem nicht dauerhaft auf dem Stuhl kleben. Eine tolle Orientierung bietet die 40:15:5-Regel. Heißt 40 Minuten im Sitzen arbeiten, 15 Minuten im Stehen und dann 5 Minuten bewegen. Also recken, strecken und eine Runde gehen. Wer es noch ein bisschen sportlicher mag, nimmt vielleicht Hanteln, schwingt den Hula Hoop Reifen oder geht aufs Mini-Trampolin.

So kommst du garantiert konzentriert und aktiv durch den Tag!

Wenn du tiefer in das Thema eintauchen möchtest oder gesetzliche Richtlinien suchst, hier wirst du fündig:

Zudem bieten fast alle Krankenkassen auf ihren Internetseiten hilfreiche Anleitungen.

Zur Autorin


Die Schwerpunkte der Sportwissenschaftlerin Dr. Sabine Puhl liegen in Bewegung und Sport als Prävention und Therapie von Adipositas sowie körperlicher Aktivität als Schutz vor psychischen Erkrankungen.

Mehr Informationen unter www.puhl-bewegt.de