Gesund leben

Burnout – wenn auf einmal nichts mehr geht …

Vom Umgang mit der heimlichen Volkskrankheit

Krankenkassen zufolge sind bundesweit knapp 13 Millionen Menschen von Burnout oder Depression betroffen. Reiche, Berühmte, Männer, Frauen, Junge, Alte – jeden von uns kann es treffen. Dennoch liegt schamhaftes Schweigen über dem Thema. Zeit, offen darüber zu sprechen.

 

Wie macht sich ein Burnout bemerkbar?Die Diagnose „Burnout“ ist schwer greifbar. Kein Röntgenbild, kein Labortest, kein Abtasten kann die Diagnose erbringen. Und auch medizinisch gibt es (noch) keine allgemeingültige Definition, wie sich ein Burnout bemerkbar macht. Nicht einmal die Betroffenen selbst verstehen sofort, was mit ihnen los ist. Sie wissen nur eines: Sie fühlen sich – typisches Symptom – von den einfachsten Aufgaben des Alltags komplett überfordert. Haushalt, Job, Freunde, Hobbys – alles wird zu einer übergroßen Belastung. Sogar das, was ihnen früher Spaß gemacht hat. Sie leiden unter massiven Schlafstörungen und kommen morgens kaum aus dem Bett. Burnout macht Menschen antriebslos, oft auch unruhig und getrieben. Unproduktive Grübeleien trüben das Gefühlsleben ein, das Glas ist immer halbleer. Oft gehen sie mit dieser Haltung ihrem Umfeld irgendwann ziemlich auf die Nerven. „Reiß dich mal zusammen!“ oder „Lass dich nicht so hängen!“ bekommen sie dann zu hören. Leider helfen diese Ratschläge nicht, sondern verschärfen das Dilemma zusehends. Scham- und Schuldgefühle stellen sich ein.

Wie entsteht Burnout?Wie bei einer Erkältung kommen meistens mehrere Faktoren zusammen, innere wie äußere. Auslöser kann ein Ereignis sein, das die Seele aus der Kurve trägt wie z.B. ein plötzlicher Verlust oder kontinuierlicher Stress. Verstörenderweise kann sich die Krankheit jedoch auch dann in unser Leben schleichen, wenn eigentlich alles in Ordnung ist. Das macht die Betroffenen umso ratloser. Sie schämen sich, haben Angst zu sagen, dass es ihnen schlecht geht, obwohl von außen alles tadellos aussieht, und fühlen sich dadurch oft wertlos. Ein Teufelskreis. Manchmal kann es gelingen, die Krankheit aus eigener Kraft zu überwinden oder ihr erfolgreich vorzubeugen. Manchmal müssen wir Hilfe von außen in Anspruch nehmen.

Wer kann helfen?Die gute Nachricht: Burnout ist behandelbar. Wer sich länger als zwei Wochen wie oben beschrieben erschöpft fühlt, sollte unbedingt den vertrauten Hausarzt aufsuchen! Im Gespräch klärt sich die Diagnose und gemeinsam vereinbaren Arzt und Patient die notwendigen therapeutischen Schritte. Allerdings sind es oft Freunde und Angehörige, die einen solchen Arztbesuch in die Wege leiten müssen, denn ein durch Burnout ausgebrannter Mensch ist oft nicht in der Lage, selbst die Initiative zu ergreifen. 

  • Beweg dich!
    Versuche, täglich eine halbe Stunde spazieren zu gehen, Fahrrad zu fahren, im Garten zu buddeln oder sonst etwas zu tun, was dich körperlich in Schwung bringt. Du musst keine Bäume ausreißen, aber regelmäßige Bewegung wirkt sich nachweislich positiv auf deine Stimmung aus.
     
  • Pflege deine sozialen Kontakte!
    Hier findest du Geborgenheit und Vertrauen und das ist Balsam für deine Seele.
     
  • Bleibe im Takt!
    Gewöhne dir einen festen Tagesrhythmus an und halte dich an geregelte Schlafenszeiten. Das gibt dir eine sichere Struktur.
     
  • Achte gut auf dich!
    Was tut dir gut, was nicht? Schaffe dir kleine Oasen im Alltag, in denen du Genuss ganz bewusst zelebrierst.
     
  • Trage dein Herz auf die Zunge!
    Such dir Menschen, denen du dich anvertrauen kannst, wenn es dir nicht gut geht. Sobald du deine Scham überwunden hast, wirst du feststellen: Du bist nicht allein!