Die häufigsten Sport-Irrtümer

Wir räumen auf mit 9 Mythen über den Sport

Manche Sportmythen halten sich so hartnäckig wie die Zusatzpolster nach Weihnachten. Wir machen endgültig Schluss mit Mythen und Legenden zum Thema Sport, so dass du smart und fit durchstarten kannst.

 

Männer und Frauen verbrauchen gleich schnell Kalorien

 

Hast du als Frau bereits erlebt, wie ein männlicher Partner oder Freund sein Abnahmeziel fix erreicht, während du viel mehr Zeit und Mühe in deine Abnahme stecken musst? Dann hast du selbst am eigenen Leib erfahren, dass Männer und Frauen Kalorien meist unterschiedlich schnell verbrennen. Männer haben in der Regel mehr magere Körpermasse als Frauen – ein entscheidender Faktor für die Geschwindigkeit des Stoffwechsels. Studien haben gezeigt, dass Männer einen etwa 5 bis 10 Prozent schnelleren Stoffwechsel als Frauen haben. Das heißt, Männer verbrennen auch in Ruhe mehr Energie.

 

Sit-ups gegen Bauchfett

 

Obwohl es stimmt, dass Rumpfbeugen (auch „Sit-ups“ genannt) die Bauchmuskeln aufbauen können, können sie allein keinen Bierbauch beseitigen und keinen Sixpack meißeln. Dafür braucht man Geduld und eine Kombination aus Krafttraining, einem Energiedefizit (man verbrennt mehr Kalorien, als man zu sich nimmt) und dem guten alten Kardiotraining. Kardiovaskuläre Übungen – vor allem die, die viele verschiedene Muskelgruppen beanspruchen – bringen deinen Pulsschlag in einen Bereich, in dem Fett als Energiereserve bevorzugt wird. Und je niedriger der Körperfettanteil, desto besser kommen die hart erarbeiteten „abs“ zum Vorschein.

 

Essen und Sport

 

Wer Sport macht, kann essen, was er will, ohne zuzunehmen

 

Das stimmt nicht. Manche Menschen verbringen unzählige Stunden im Fitnessstudio und nehmen trotzdem nicht ab, weil sie nicht gleichzeitig ihre Essgewohnheiten verbessern. Zwar hilft Sport dabei, Kalorien zu verbrennen und den Stoffwechsel anzukurbeln, dennoch hängt die Abnahme immer davon ab, dass man mehr Kalorien verbrennt, als man zu sich nimmt. Man sollte sich auch gesund ernähren: Magere Eiweißquellen, ballaststoffreiche Kohlenhydrate und Lebensmittel, die reich an Vitaminen, Mineralien und Omega-3-Fettsäuren sind, unterstützen dein Training wie auch dein allgemeines Wohlbefinden – und helfen dir dabei, deine Ziele schneller zu erreichen.

 

Krafttraining macht Frauen zu „massig“

 

Machst du dir Sorgen, dass dich das Krafttraining im Fitnessstudio in einen weiblichen Hulk verwandeln wird? Wir können dich beruhigen: Frauen produzieren nur kleine Mengen an Testosteron – das wichtigste Hormon für den Muskelaufbau. Das heißt, es ist eher unwahrscheinlich, dass eine Frau viel an Muskelmasse zulegen wird – auch wenn sie mit relativ gleicher Intensität wie ihr männliches Gegenüber trainiert. Das Krafttraining bei Frauen unterstützt dennoch die Muskelkraft und die körperliche Fitness, kurbelt den Stoffwechsel an und fördert somit ein gesundes Körpergewicht.

 

Sport macht nur hungrig

 

Du hast es mit Sicherheit auch schon gehört: „Sport macht mich nur noch hungriger, deswegen nehme ich nicht ab.“ Das ist aber nicht unbedingt wahr: Forscher der University of Leeds in England haben festgestellt, dass intensive körperliche Bewegung bei den meisten Menschen weder zu einem größeren Appetit noch zu einer erhöhten Kalorienzufuhr führt.

 

Eiweiß

 

Wenn du Sport treibst, musst du viel Eiweiß essen

 

Eiweiß ist zwar sehr wichtig für die Zellfunktion, die Aufrechterhaltung und den Aufbau von Muskelmasse sowie für andere lebenswichtige Prozesse im Körper. Wer aktiv ist, sollte also gewährleisten, dass er genügend Eiweiß aufnimmt (vor allem, wenn er Muskelaufbau zum Ziel hat). Dennoch muss man das nicht übertreiben – die Eiweißzufuhr allein führt nicht zu mehr Kraft oder größeren Muskeln, sondern nur in Kombination mit dem richtigen Stimulus durch Krafttraining. Und wer zu viele Kalorien zu sich nimmt (egal, ob von Eiweiß, Kohlenhydraten oder Fetten), setzt eher Fett an, als dass er Muskeln aufbaut. Versuche also, dich ausgewogen zu ernähren: Magere Eiweißquellen (Geflügel, mageres Rindfleisch, Eier, Fisch und Meeresfrüchte, magere Milchprodukte, Hülsenfrüchte) sind ein Baustein.

 

Muskeln wandeln sich in Fett um, sobald du mit dem Sport aufhörst

 

Muskeln und Fett sind zwei völlig verschiedene Gewebearten, die sich niemals ineinander verwandeln können. Wenn du aufhörst, Sport zu treiben, wirst du langsam Muskelmasse verlieren, was wiederum deinen Stoffwechsel verlangsamen kann. Wenn du dann weiterhin gleich (und vor allem gleich viel) isst, kannst du an Fett und Gewicht zunehmen. Versuche also, so beim Fitnessplan am Ball zu bleiben.

 

Laufen Knieschmerzen

 

Laufen führt zu Knieschmerzen

 

Forscher der Stanford University in Kalifornien sehen das anders: Im Laufe einer 8-Jahres-Studie mit 800 älteren Läufern und Nichtläufern haben sie festgestellt, dass die Läufer tatsächlich weniger Knieschmerzen und andere Körperschmerzen als die nicht aktiven Probanden hatten. Wie bei allen Sportarten sind aber auch beim Laufen die korrekte Technik und die richtige Ausrüstung (sprich: Schuhe) sehr wichtig.

 

Sport auf nüchternen Magen für bessere Fettverbrennung

 

Es wird häufig angenommen, dass das Trainieren mit leerem Magen deinen Körper dazu zwingt, seine Fettreserve als Energie zu verbrennen. Es gibt allerdings keine Beweise dafür, dass dies tatsächlich der Fall ist. Dein Körper braucht eine leicht zu verwertende Energiequelle für den Sport, sonst leiden vor allem Ausdauer und Motivation (und somit der Trainingseffekt!). Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du eine kleine Mahlzeit oder einen Snack (idealerweise mit Kohlenhydraten und Eiweiß, wie z. B. mageren Joghurt mit Obst) etwa zwei Stunden vor dem Sport isst.