Was verbirgt sich hinter der Keto-Grippe?

Grippeähnliche Symptome sind eine sehr häufige Begleiterscheinung der ketogenen Diät. Im Folgenden geben wir einen Überblick darüber, was es damit auf sich hat und wie sie sich verhindern lassen.

Niemand ist gerne krank. Wenn du mit dem Gedanken spielst, eine Keto-Diät zu beginnen, solltest du dir bewusst sein, dass du dich höchstwahrscheinlich während der ersten Tage oder Wochen nach dem Beginn der Ernährungsumstellung nicht so wohlfühlen wirst. Dieses häufig auftretende Phänomen wird auch als Keto-Grippe bezeichnet.

Doch während die echte Grippe von Influenzaviren ausgelöst wird, haben die Symptome der Keto-Grippe vor allem damit zu tun, dass bei dieser Art von Diät nur extrem geringe Mengen an Kohlenhydraten aufgenommen werden dürfen. 70 bis 80 % der Kalorien sollten aus Fetten stammen, 10 bis 20 % aus Eiweiss und nur 5 bis 10 % aus Kohlenhydraten.

Was und wie viel gegessen werden darf, variiert von Mensch zu Mensch und hängt vom täglichen Energiebedarf der jeweiligen Person ab. Im Allgemeinen sollten es allerdings nicht mehr als 20 bis 50 Gramm Kohlenhydrate pro Tag sein. Das ist sehr wenig und entspricht ungefähr der Menge, die in eineinhalb Scheiben Vollkornbrot enthalten ist. Kohlenhydratreiche Lebensmittel liefern dem Körper seine wichtigste Energiequelle: Glukose. Erhält der Körper kaum noch Kohlenhydrate, ist es daher vollkommen normal, dass er eine gewisse Zeit benötigt, um sich umzustellen, und anfangs sogar rebelliert.

Die Symptome der Keto-Grippe

Die Liste der möglichen Begleiterscheinungen, die nach dem Beginn einer Keto-Diät auftreten können, ist lang und vielfältig. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

Kopfschmerzen


Kopfschmerzen können aufgrund von Flüssigkeitsverlust und Elektrolytmangel auftreten. Aber auch der Verzicht auf Kohlenhydrate, in diesem Fall auf Zucker, dessen Konsum drastisch eingeschränkt werden muss, kann die Ursache sein.

Müdigkeit


Eine Keto-Diät kann zu Beginn ein Gefühl von Müdigkeit, Schwäche, Apathie oder auch Reizbarkeit auslösen. Dies hat damit zu tun, dass der Körper plötzlich gezwungen wird, seine Energie aus Fett statt aus Kohlenhydraten zu gewinnen.

Schwindel


Leichte Schwindelgefühle sind eine häufige Begleiterscheinung einer kohlenhydratarmen Diät. Das hat damit zu tun, dass der Körper Flüssigkeit verliert. Dadurch wiederum sinkt der Blutdruck, sodass weniger Sauerstoff ins Gehirn gelangt.

Benommenheit


Auch Verwirrtheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnislücken oder ein Gefühl der Unausgeglichenheit können mögliche Begleiterscheinungen sein. Das ist kein Wunder, denn Kohlenhydrate sind der Hauptenergielieferant für das Gehirn.

Übelkeit


Sich nicht wohlzufühlen ist schon schlimm genug, aber bei manchen Menschen sind die Begleiterscheinungen so schlimm, dass sie sich übergeben müssen oder unter Verdauungsproblemen wie Verstopfung leiden.

Schlafstörungen


Zu Beginn der Diät können Ein- oder Durchschlafprobleme auftreten. Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass Kohlenhydrate einen Einfluss auf den Nachtschlaf haben, wie die Universität Sydney herausfand. Einige kohlenhydratreiche Lebensmittel könnten demnach die Botenstoffe im Gehirn ausschütten, die eine wichtige Rolle bei der Steuerung des Schlafzyklus des Menschen spielen.

Wie lässt sich eine Keto-Grippe verhindern?


Bei den meisten Menschen verschwinden oder bessern sich die Symptome der Keto-Grippe von allein, aber es kann mehrere Wochen dauern, bis sie sich wieder gut fühlen. Das ist neben den sehr strengen Regeln, die diese Form der Diät mit sich bringt, einer der Gründe, weshalb viele Menschen das Gefühl haben, sie sei schwer durchzuhalten, auch über kurze Zeiträume. Im Gegensatz zu einer echten Grippe verursacht die Keto-Grippe jedoch weder Fieber noch Atemwegsbeschwerden. Deshalb ist es unnötig, mit rezeptfreien Schmerzmitteln wie Paracetamol oder Nasensprays gegen die Symptome anzugehen. Bei einer Keto-Grippe helfen jedoch dieselben Strategien wie bei einer echten Grippe.

Viele Symptome der Keto-Grippe entstehen aufgrund des Flüssigkeitsverlusts des Körpers durch die geringe Zufuhr an Kohlenhydraten. Forschungen zeigen, dass sich das Auftreten und die Schwere der Begleiterscheinungen durch eine im Vergleich zu sonst deutlich erhöhten Trinkmenge positiv beeinflussen lässt.

Auch der Elektrolytverlust gilt als ein wesentlicher Faktor bei der Keto-Grippe. Daher sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Mineralstoffen wie Natrium, Kalium und Magnesium geachtet werden.

Ausserdem kann es helfen, sich vorübergehend auf entspanntes Spazierengehen zu beschränken und auf anstrengendere körperliche Aktivitäten zu verzichten. Das kann eine grosse Einschränkung bedeuten und frustrierend sein, aber durch intensives Training verliert der Körper noch mehr Flüssigkeit, und das ist ja gerade die Ursache für viele Symptome der Keto-Grippe.