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Newsletter 2/2006 zum Download (PDF)

Zu positiver Einflussnahme auf Partner und Familie ermutigen

Ernährungsverhalten wird im sozialen Kontext gelernt, praktiziert und auch verändert. So simpel diese Aussage ist, so weit reichen die Konsequenzen. Wer diesen Satz ernst nimmt, sieht sich mit seiner eigenen Verantwortung z.B. in der Partnerschaft, Familie oder gegenüber seinen Kindern konfrontiert. Zugleich verweist dieser Satz aber auch auf die Chance, positiven Einfluss nehmen zu können.

Regelmäßige, gemeinsam eingenommene Mahlzeiten bieten Raum für Gespräche, stabilisierende Rituale und sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Eltern ihren Kindern ein positive Essverhalten vermitteln können. Doch was früher oft selbstverständlich war, ist heute eher die Ausnahme: Nur jede dritte Familie in Deutschland isst während der Woche einmal täglich gemeinsam. Lediglich an Sonn- und Feiertagen gelingt es 85 Prozent der Haushalte, mehrmals täglich zusammen zu essen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Telefonumfrage, die im Auftrag der Berliner Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) durchgeführt wurde. Zusätzlich brachte die Umfrage ans Licht: Familien, die Wert auf gemeinsame Mahlzeiten legen, achten auch mehr auf ausreichende Bewegung. Die Wertschätzung von gemeinsamen Mahlzeiten im Alltag scheint also Ausdruck eines gesundheitsbewussteren Lebensstils zu sein. [1]

Diese Interpretation wird von einer australischen Untersuchung gestützt. Die Forscher befragten 3.795 Jugendliche im Alter von 14 Jahren und deren Mütter über BMI der Jugendlichen, Lebensmittelauswahl, Ess-Kultur und Lebensstil. 78 Prozent der befragten Mütter gaben an, mindestens einmal täglich gemeinsam zu essen, aber nur 43 Prozent erachteten die gemeinsamen Mahlzeiten auch wirklich als wichtig. Doch gerade in den letztgenannten Familien waren die Teenager deutlich seltener übergewichtig oder adipös und wiesen ein gesünderes Ernährungsverhalten auf als Jugendliche in Familien, bei denen gemeinsame Mahlzeiten einen geringeren Stellenwert hatten. Wem das „wie“ der Nahrungsaufnahme wichtig ist, transportiert demnach offenbar auch ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein in seine Familie. [2]

Zwischenmahlzeiten, die man für sich selbst und auch Familienmitglieder plant und bereitstellt, sind ebenfalls bestens geeignet, ein gesundes Ernährungsverhalten zu fördern. Denn ob Kind oder Erwachsener - das Verhaltensmuster bei Hunger unterscheidet sich nur unwesentlich: Wer Hunger hat, sucht sich etwas Essbares – und das möglichst schnell. Die in so einem Moment ausgewählten Lebensmittel weisen häufig eine hohe Energie-, aber nur selten eine hohe Nährstoffdichte auf. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt deshalb mehrere über den Tag verteilte kleine Zwischenmahlzeiten. Welche Bedeutung geregelte Zwischenmahlzeiten für das Gewichtsmanagement haben, zeigt eine Studie vom Institut für Jugendforschung, in der das Essverhalten von rund 700 Kindern im Alter zwischen 6 und 12 Jahren untersucht wurde. Demnach waren Kinder, die sich ihre Zwischenmahlzeiten ad hoc selbst beschafften, häufiger übergewichtig als Kinder, bei denen sich die Eltern um die Zwischenmahlzeiten kümmerten. [3]

Angesichts solcher Daten, die die positiven Einflussmöglichkeiten von Erwachsenen in Partnerschaft und Familie dokumentieren, hat Weight Watchers sich die Frage gestellt, ob und in welchem Maße Teilnehmer/-innen des aktuellen Weight Watchers Programms in ihren eigenen Familien Verbesserungen des Ernährungsverhaltens initiieren. Das unabhängige Meinungsforschungsunternehmen Ernest Dichter Institut, Frankfurt/Main, führte hierzu eine repräsentative Befragung von mehr als 300 Personen durch, die zum Zeitpunkt der Umfrage am Weight Watchers Programm FlexPoints teilnahmen. Die Befragten waren überwiegend weiblich und lebten in Familien oder Lebensgemeinschaften mit Kindern zwischen 6 und 16 Jahren. [4]

Die Befragung ergab, dass sich zwischen 85 und 93 Prozent der Teilnehmerinnen auf unterschiedliche Weise für Veränderungen in ihren Familien einsetzten. Sie kauften zum Beispiel für die Familie mehr Obst und Gemüse, fettärmere Produkte, dafür aber weniger Süßigkeiten und Knabberartikel ein. Sie veränderten die Art, für ihre Familie zu kochen, indem sie auf eine fettärmere Zubereitung achteten, qualitativ hochwertige Fette verwendeten oder mehr Gemüse und Salate zubereiteten. Viele versuchten zudem, direkten Einfluss auf das Ernährungsverhalten der Familie zu nehmen: Sie gaben z.B. Ernährungsinformationen an andere Familienmitglieder weiter oder setzen sich für regelmäßigere gemeinsame und ungestörte Mahlzeiten ein. Das Ergebnis dieser engagierten Bemühungen: 85 Prozent der Befragten beobachteten innerhalb der Familie positive Veränderungen, z.B. eine abwechslungsreichere Lebensmittelauswahl der Familienmitglieder oder einen gesteigerten Obst- und Gemüsekonsum. Viele Kinder aßen den Teilnehmerinnen zufolge seltener Fast Food und achteten besser auf ihr Sättigungsgefühl. Mehr als die Hälfte der Teilnehmerinnen berichteten, dass die Kinder öfter am gemeinsamen Tisch mitaßen. Das größte Konfliktpotential lag bei der Beschränkung von Süßigkeiten und dem höheren Gemüseanteil. Die positiven Effekte bei den Kindern waren langfristig zu beobachten, wenn die Teilnehmerinnen selber - als Vorbild - ihr eigenes verändertes Ess- und Bewegungsverhalten beibehielten.

Die Untersuchungen zeigen, wie Erwachsene, unabhängig davon, ob sie aktuell selbst noch übergewichtig sind oder nicht, positiven Einfluss auf das Ernährungsverhalten von Lebenspartnern und Familienmitgliedern nehmen können, - und so wiederum ihren eigenen Prozess der Lebensstiländerung stabilisieren. Ermutigen und stärken Sie Ihre Patienten dabei – zusammen mit Weight Watchers!

Quellen:
[1] Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb): Repräsentativ-Studie zeigt: Zu wenig Zeit für gemeinsame Mahlzeiten. Pressemitteilung vom 18.01.2006
[2] Mamun AA et al.: Positive Maternal Attitude to the Family Eating Together Decreases the Risk of Adolescent Overweight. Obesity Research 2005; 13: 1422-1430
[3] Was essen Kinder heute? In: richtig essen - gesünder leben. Ernährungsinformationen der CMA, Ausgabe 4/2004
[4] Weight Watchers Dialog Familie, Umfrage Ernest Dichter Institut, Frankfurt/Main, Oktober 2005



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