Lifestyle-Änderung erfolgreicher als Metformin bei Prävention und Therapie des metabolischen Syndroms

Eine Änderung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens kann nicht nur die Inzidenz, sondern auch die Prävalenz des metabolischen Syndroms effektiver vermindern als eine Therapie mit Metformin. Das ist das Ergebnis einer kontrollierten, randomisierten Studie mit mehr als 3.000 Teilnehmern.

Im Rahmen eines Diabetes-Präventions-Programms untersuchten amerikanische Forscher die Wirkung verschiedener Interventionen auf das metabolische Syndrom über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Teilnehmer wurden drei Gruppen zugeordnet: Die Lifestyle-Gruppe bekam eine kalorien- und fettreduzierte Kost sowie ein Bewegungsprogramm, bei dem die Teilnehmer mindestens 150 Minuten pro Woche bei moderater Intensität (schnelles Gehen, z.B. Walking oder Nordic Walking) körperlich aktiv waren. Die anderen Teilnehmer erhielten eine kurze Information zu gesünderer Ernährungs- und Bewegungsweise im Alltag sowie anschließend zweimal täglich 850 mg Metformin (Metformin-Gruppe) oder Placebo (Placebo-Gruppe).

Das Gesamt-Ergebnis: Die Prävalenz des metabolischen Syndroms sank in der Lifestyle-Gruppe innerhalb des Studienzeitraums signifikant. In der Metformin-Gruppe kam es dagegen zu einer geringen Steigerung, in der Placebo-Gruppe zu einer deutlichen Steigerung der Prävalenz.

Die wichtigsten Daten im Detail: Zu Beginn der Studie war bei über der Hälfte der Teilnehmer ein metabolisches Syndrom nachweisbar. Innerhalb des Untersuchungszeitraumes erkrankten zudem 53 % Teilnehmer der Placebo-Gruppe neu am metabolischen Syndrom. Am niedrigsten war die Inzidenz dagegen in der Lifestyle-Gruppe (38 %), gefolgt von der Metformin-Gruppe (47 %). Im Vergleich zu Placebo wurde die Rate an Neuerkrankungen somit in der Lifestyle-Gruppe um 41 %, in der Metformin-Gruppe um 17 % gesenkt.

Doch nicht nur bei der Prävention des metabolischen Syndroms schnitt die Lifestyle-Intervention am besten ab, sondern sie zeigte auch als Therapie Erfolge: Bei 38 % der Teilnehmer aus der Lifestyle-Gruppe, die zu Beginn der Studie ein metabolisches Syndrom aufwiesen, war dieses nach drei Jahren nicht mehr vorhanden. In der Metformin-Gruppe bildete sich die Erkrankung bei 23 %, in der Placebo-Gruppe bei 18 % der Teilnehmer zurück.

Fazit: Eine Umstellung des Lebensstils sollte bei Prävention und Therapie des metabolischen Syndroms sehr viel stärker berücksichtigt und forciert werden.

Quelle:
Orchard RJ et al.: The effect of Metformin and intesive lifestyle intervention on the metabolic syndrome: The Diabetes Prevention Program Randomized Trial. Ann Intern Med. 2005; 142: 611-619